Bevölkerungsentwicklung in Rheinland-Pfalz bis 2030

Bevölkerungsentwicklung: Zahl der Hochbetagten wird rasant zunehmen – Anstieg in Rheinland-Pfalz weniger stark als im Bundesdurchschnitt

Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht Prognose bis 2030 – Daten und Fakten für rund 3.200 Kommunen ab sofort im Internet abrufbar

Gütersloh, 01.11.11 Durch die rasante Zunahme der hochbetagten Menschen stehen die deutschen Städte und Gemeinden vor großen Herausforderungen. Nach einer neuen Bevölke- rungsprognose der Bertelsmann Stiftung wird die Zahl der über 80-jährigen Einwohner in Rhein- land-Pfalz bis zum Jahr 2030 um 48 Prozent zunehmen. Die Gruppe der Hochbetagten wird dann 8,3 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die Zunahme ist in den rheinland-pfälzischen Kreisen deutlicher als in den kreisfreien Städten. Unter www.wegweiser-kommune.de können ab sofort Daten und Fakten zu den Auswirkungen des demographischen Wandels für alle Kommunen ab 5.000 Einwohnern abgerufen werden. Im Bundesländervergleich verzeichnen nur Hamburg, Bremen und das Saarland schwächere Zu- wächse bei den Hochbetagten. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 59 Prozent.

In Rheinland-Pfalz wird die kreisfreie Stadt Trier mit 12 Prozent den geringsten Zuwachs an über 80-Jährigen ver- zeichnen. Im Landkreis Germersheim wird sich die Zahl der Hochbetagten hingegen nahezu ver- doppeln. Nach den Vorausberechnungen der Bertelsmann Stiftung nimmt die Zahl der hochbetagten Män- ner stärker zu als die der Frauen. Der Anteil der Frauen bleibt in dieser Altersgruppe zwar immer noch höher, doch die Männer holen auf. In Rheinland-Pfalz ist besonders der Landkreis Ahrweiler betroffen: die Hälfte der dort lebenden Einwohner wird 2030 älter als 54 Jahre sein. Die kreisfreie Stadt Mainz bleibt jünger: die Hälfte der Einwohner wird dort älter als 42 Jahre sein.

Die Bertelsmann-Stiftung hat ihre bundesweite Bevölkerungsprognose für rund 3.200 Kommunen erstellt. Danach wird Deutschland bis 2030 die Grenze von 80 Millionen Einwohnern unterschreiten. In Rheinland-Pfalz wird die Bevölkerungszahl um 4,5 Prozent auf 3,83 Millionen Menschen zurückgehen. Damit ist die Entwicklung etwas ungünstiger als für Deutschland, wo der Rückgang 3,7 Prozent beträgt. Besonders betroffen in Rheinland-Pfalz sind mit rund 14 Prozent Rückgang die kreisfreie Stadt Pirmasens und der Landkreis Birkenfeld. Bevölkerungszuwächse von knapp 7 Prozent gibt es hingegen im Landkreis Trier-Saarburg und der kreisfreien Stadt Landau. „Interessant ist besonders der Blick auf die großen Verschiebungen im Altersaufbau“, sagte Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung bei der Veröffentlichung der Daten. „Unsere Bevölkerungsprognose zeigt sehr deutlich, wo die deutschen Kommunen ihre Planungen überdenken müssen“. Zu den Herausforderungen gehörten der steigende Bedarf an Pflegekräften, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie die Anpassung der Pflegeinfrastruktur (z.B. Tagespflege, Kurzzeitpflege und stationäre Pflege). Die Bertelsmann Stiftung stellt mit ihrem Online-Portal www.wegweiser-kommune.de allen Städten und Gemeinden in Deutschland mit mehr als 5.000 Einwohnern Daten, Bevölkerungsprognosen und konkrete Handlungskonzepte für die kommunale Praxis zur Verfügung. Für 2.943 Städte und Gemeinden, in denen etwa 86 Prozent der Bevölkerung Deutschlands leben, und 301 Landkreise ermöglicht der Wegweiser Kommune so einen Blick auf die Entwicklung in den Politikfeldern Demographischer Wandel, Finanzen, Bildung, soziale Lage und Integration.

Rückfragen an: Carsten Große Starmann, Telefon: 0 52 41 / 81-81 228 E-Mail: Carsten.Grosse.Starmann@Bertelsmann-Stiftung.de Petra Klug, Telefon: 0 52 41 / 81-81 347 E-Mail: Petra.Klug@Bertelsmann-Stiftung.de

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