Grüne fordern Absage des Castor-Transportes nach Gorleben

Kein weiterer CASTOR-Transport nach Gorleben – Strahlenbelastung im Zwischenlager Gorleben ist zu hoch / Konsens über Endlager dringend notwendig

Mainz, 03.11.11 Zu dem geplanten Castortransport nach Gorleben erklären die GRÜNE Landtagsabgeordnete Stephanie Nabinger und der Landesvorstandssprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Uwe Diederichs-Seidel:

Der für November geplante Castor-Transport nach Gorleben muss abgesagt werden. Im Gorlebener Zwischenlager stehen momentan 114 Castorbehälter mit hochradioaktivem Atommüll. Das Lager ist vom niedersächsischen Umweltministerium für 420 Castoren genehmigt, derzeit also nicht einmal zu einem Viertel belegt. Im August wurden aber bei Strahlenmessungen am Zaun des Zwischenlagers eine deutlich gestiegene Radioaktivität festgestellt. Durch eine Einlagerung von weiteren elf Castoren wird der Strahlengrenzwert von 0,3 Millisievert in diesem Jahr überschritten. „Die gestiegene Strahlung am Zwischenlager bekräftigt meine Forderung, die Castor-Transporte nach Gorleben umgehend zu stoppen. Gorleben ist als Zwischenlager ungeeignet und ist definitiv keine Lösung für das Endlagerproblem.“, erklärt Stephanie Nabinger, die Atompolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Rheinland-Pfalz.

Stephanie Nabinger weiter: „Die jetzige Genehmigung des Castor-Transports durch den niedersächsischen Umweltminister ist ein Lotteriespiel mit den Strahlenwerten am Zwischenlager Gorleben. Anstelle sich mit den noch offenen Fragen zu den neuen Messungen auseinanderzusetzen, beruft sich Minister Sander auf ihm angenehme Studien. Dadurch entsteht der Eindruck, dass er die neueren Messungen ignoriert, nur um den Castor-Transport zu ermöglichen.“

Darüber hinaus stellt Gorleben den Kern eines schon Jahrzehnte andauernden deutschen Großkonflikts dar. „Allerdings besteht nach dem beschlossenen Atomausstieg nun erstmals die Möglichkeit, einen breiten gesellschaftlichen Konsens für eine bundesweite Endlagersuche zu erreichen. Die AKW-Betreiber könnten hierzu einen Beitrag leisten, indem sie beantragen, ihren aus der Wiederaufbereitung stammenden hochradioaktiven Atommüll künftig in den Zwischenlagern an den AKW-Standorten zu lagern“, ergänzt Uwe Diederichs-Seidel.

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