Noch immer mehr offene Stellen als Bewerber

Ausbildungsmarkt

DGB: Zahl der Bewerber/-innen noch immer größer als die Zahl der Ausbildungsplätze / Etwa 500 Jugendliche weiter unversorgt / Muscheid: Attraktivität der dualen Ausbildung steigern

Mainz, 07.11.11 „Der vieldiskutierte Fachkräftemangel bleibt noch ein regional hausgemachtes Problem. Die Zahl der Bewerber/innen ist noch immer größer als die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze. Auch die scheinbar geringe Zahl von landesweit 500 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich viele Jugendliche nur im sogenannten Übergangssystem befinden“, sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid heute in Mainz zu den neuesten Zahlen zum Ausbildungsmarkt in Rheinland-Pfalz.

Von Oktober 2010 bis September 2011 wurden nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 25.700 freie Ausbildungsplätze gemeldet, 1.500 oder 6,2 % mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig suchten 26.800 Jugendliche über die Arbeitsagentur nach einem Ausbildungsplatz.

Muscheid: „Die Bundesagentur spricht von einem ‚rechnerisch ausgeglichenen Ausbildungsmarkt’. Die Lage hat sich zwar im Vergleich zum Vorjahr gebessert. Bei genauerem Blick auf die Zahlen ist die Bilanz aber alles andere als befriedigend. In Regionen wie Pirmasens übertrifft die Zahl der unversorgten Bewerber die der angebotenen Stellen bei Weitem. Auch der Anteil der sogenannten Altbewerber/innen ist weiter auf hohem Niveau“.

„Der Anteil der jungen Erwachsenen ohne abgeschlossene Berufsausbildung ist in Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich hoch. 20% aller 20-29-jährigen Rheinland-Pfälzer/innen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Nur in Bremen und in Berlin gibt es prozentual mehr Jugendliche ohne Berufsausbildung. Trotz guter Qualifikation gibt es meist nur schlecht bezahlte Arbeit, oft befristet, manchmal nur als Praktikum“, so Muscheid.

Kritik übt der DGB-Landesvorsitzende auch an den Ausbildungsbedingungen: „Gerade die offenen Stellen insbesondere im Hotel- und Gaststättengewerbe und der Nahrungsmittelindustrie zeigen, dass die Qualität der Ausbildung dort weiter zu wünschen übrig lässt. Wir brauchen eine Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung mit der Perspektive auf unbefristete Übernahme nach der Ausbildung, fairen Arbeitsbedingungen, guter Bezahlung und Weiterqualifizierung. Nur so sichern wir die benötigten Fachkräfte der Zukunft.“

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