Sucht – Wer konsumiert was?

Wer konsumiert was?

Fachkräfte aus der Suchtprävention trafen sich zum Austausch

Mainz, 12.11.11 Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) veranstaltete in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz die Jahrestagung der Regionalen Arbeitskreise Suchtprävention. Etwa 170 Fachpersonen aus ganz Rheinland-Pfalz kamen zum Informationsaustausch zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neue Erkenntnisse zu Konsummustern, Suchtmitteln und deren Verbreitung sowie die Möglichkeiten der betrieblichen Suchtprävention.

Unter der Fragestellung „Wer konsumiert was?“ stellte Dr. Bernd Werse von der Goethe Universität in Frankfurt am Main aktuelle Ergebnisse seiner Forschung vor. Nach einer Befragung von 15- bis 18-jährigen Jugendlichen kommt er zu dem Schluss, dass die Medienberichterstattung oft nicht mit der tatsächlichen Situation übereinstimme. Am Beispiel der synthetischen Droge „Spice“ werde dies deutlich: Durch eine große mediale Aufmerksamkeit mit breiter Berichterstattung sei die Räuchermischung „Spice“ erst richtig bekannt geworden. Der Konsum der Droge, so Dr. Werse, sei seitdem sprunghaft angestiegen. Daneben ergab die Befragung, dass trotz des Verbotes von „Spice“, anders als in den Medien häufig dargestellt, die Droge nach wie vor bei Jugendlichen eine Rolle spielt.

Die betriebliche Suchtprävention als zweites Schwerpunktthema der Tagung steht vor Herausforderungen, wenn es um die Erreichbarkeit und nachhaltige Verankerung in Betrieben geht, die betriebliches Gesundheitsmanagement nicht aus eigener Kraft realisieren können. Jupp Arldt, Geschäftsführer der LZG, betonte: „Der Arbeitsplatz stellt eine zentrale Lebenswelt dar, der von der Suchtprävention nicht ausgenommen sein sollte. Das bezieht nicht nur Groß-, sondern auch klein- und mittelständische Betriebe mit ein.“ Wie hier sinnvolle und effektive Zugänge und Maßnahmen gestaltet werden können, wird immer wieder eine Aufgabe der Suchtprävention darstellen. Denn so, wie sich die Arbeitswelt in ihren Bedingungen und Anforderungen ändert, sollte sich auch die Suchtprävention diesen Wandlungen anpassen.

Außerdem wurden an diesem Fachtag die aktuellen Online-Fortbildungen des Büros für Suchtprävention der LZG vorgestellt. Über das „eLearning-Portal“ der LZG-Homepage ( www.lzg-rlp.de) sind Online-Fortbildungen zu Themen wie Alkoholprävention, Pathologisches Glücksspiel, Computerspielsucht, Medienkompetenz u.a. zu erreichen. Sie richten sich an Fachkräfte, Eltern und alle Interessenten, die sich über suchtpräventive Themen, über das Hilfesystem und Möglichkeiten der Früherkennung informieren wollen.

Auch wurde eine Erweiterung der Sucht-Infoline vorgestellt. Über die vom Festnetz aus kostenfreie Nummer 0800-5511600 sind in Zukunft auch die Selbsthilfekontaktstellen zu erfahren. Daneben werden hier rund um die Uhr allgemeine Informationen zu Abhängigkeitserkrankungen sowie spezielle Auskünfte zu den Suchtmitteln Alkohol, Medikamente, Cannabis und Glücksspiel vermittelt. Mit der Eingabe der eigenen Postleitzahl kann man sich anonym die nächste allgemeine Suchtberatungsstelle sowie die nächstgelegene Beratungsstelle für Glücksspielsucht in Rheinland-Pfalz ansagen lassen.

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