gute Unterrichtsversorgung

Schule:

Ahnen: Gute Unterrichtsversorgung, große Transparenz und konsequente Verbesserung pädagogischer Qualität

Mainz, 16.11.11 Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in den allgemeinbildenden Schulen des Landes sinkt weiter. Die durchschnittliche Klassengröße geht in den Grundschulen deutlich zurück und bleibt in den weiterführenden Schulen weitgehend konstant. Und bei der Unterrichtsversorgung wird ein guter Versorgungsgrad erreicht.

Zusammen mit der Vorstellung dieser ersten Ergebnisse zur Schulstatistik 2011/2012 präsentierte Bildungsministerin Doris Ahnen heute in Mainz ein neues und umfassendes Informationsangebot für alle Interessierten im Land – insbesondere für die Eltern von schulpflichtigen Kindern – in Form der neuen Homepage

www.unterrichtsversorgung.rlp.de.

Hohe Maßstäbe an Unterrichtsversorgung – guter Versorgungsgrad

„Insgesamt gesehen haben die allgemeinbildenden Schulen auch in diesem Jahr bei einem Versorgungsgrad von gut 97,6 Prozent eine gute Basis für die Förderung von Schülerinnen und Schülern“, sagte die Bildungsministerin und ergänzte, allerdings sei der Vorjahreswert nicht erreicht worden. Beim Vergleich des Lehrerwochenstunden-Ist, das die Schulaufsicht den Schulen zugewiesen habe, mit dem Lehrerwochenstunden-Soll liege dabei in Rheinland-Pfalz – anders als in anderen Bundesländern – die 100-Prozent-Marke für die Lehrkräftezuweisung deutlich über dem in den Stundentafeln festgeschriebenen Pflichtunterricht, erläuterte sie weiter.

In das Lehrerwochenstunden-Soll für eine Schule würden in Rheinland-Pfalz nämlich auch Stunden für zusätzliche Differenzierungsangebote und für Fördermaßnahmen eingerechnet.

„Es bleibt das politische Ziel der Landesregierung und das Ziel der Schulaufsicht, mit den Personalzuweisungen möglichst nah an das Soll der jeweiligen Schule heranzukommen. Gleichzeitig wollen wir aber auch wesentliche pädagogische Verbesserungen in den Schulen umsetzen“, hielt Doris Ahnen fest. Für dieses Schuljahr sei dies in den Grundschulen mit einem Versorgungsgrad von 99,7 Prozent erneut sehr gut gelungen. Die Realschulen plus hätten einen Versorgungsgrad von 97,5 Prozent, in den Gymnasien könne das Soll zu 96,5 Prozent abgedeckt werden und in den Integrierten Gesamtschulen zu 97,0 Prozent. Auch die wenigen verbliebenen Haupt- und Realschulen lägen in etwa auf diesem Niveau. Bei der Versorgung der Förderschulen, deren Stunden-Soll zu 96,0 Prozent durch die Zuweisung von voll ausgebildeten Förderschullehrkräften abgedeckt sei, gelte es zu berücksichtigen, dass diese 138 Schulen mit sehr kleinen Lerngruppen zusätzlich pädagogische Fachkräfte zugewiesen bekommen hätten, die insgesamt 42.300 Wochenstunden abdecken und nicht in die strukturelle Unterrichtsversorgung eingerechnet werden.

Kontinuierliche Einstellungen und neue Instrumente

Mit Blick auf das Schuljahr 2011/2012 seien – teilweise bereits im letzten Schuljahr, teilweise zum offiziellen Start dieses Schuljahres am 1. August – von der Schulaufsicht insgesamt 559 Einstellungen in Dauerbeschäftigungsverhältnisse im Schuldienst erfolgt, hielt die Bildungsministerin weiter fest. Hinzugerechnet werden müssten zugunsten der Unterrichtsversorgung im laufenden Schuljahr noch 66 Einstellungen, die erst kürzlich zum 1. November erfolgt seien und insbesondere die Versorgung der berufsbildenden Schulen verbesserten. „Zum Schulhalbjahr gibt es bekanntlich noch einen zweiten großen Einstellungstermin am 1. Februar“, ergänzte Doris Ahnen. Der versetzte zeitliche Ablauf im Einstellungsverfahren sei sinnvoll, um einen ständigen Einstellungskorridor für junge Nachwuchslehrkräfte offenzuhalten.

Als dauerhafte Festanstellungen im Beamtenverhältnis seien den Schulen erstmals aus dem neuen „Vertretungspool“ zum Schuljahresbeginn 100 Stellen zugewiesen worden, die für einen Zeitraum von drei Jahren in verschiedenen Schulen mit langfristigem Vertretungsbedarf eingesetzt werden können. „Zum 1. Februar 2012 wird der neue Vertretungspool dann um nochmals 100 reguläre und unbefristete Beamtenstellen erweitert“, versicherte die Bildungsministerin. Zum Schuljahresstart am 8. August seien darüber hinaus über zeitlich befristete Angestelltenverträge 2.208 Vertretungslehrkräfte beschäftigt gewesen, am 16. August dann 2.708 im Umfang von 2.023 Vollzeitlehrereinheiten, hielt Ministerin Ahnen fest. Zum 1. September seien 2.638 Personen mit Vertretungsverträgen angestellt gewesen mit einem Stundenumfang von 1.958 Vollzeitlehrkräften. Bei der nächsten Abfrage des laufenden Schuljahres zum 17. Oktober habe es dann 2.473 Vertretungslehrkräfte gegeben, die mit ihren vertraglich fixierten Lehrverpflichtungen die Deputate von 1.812 Vollzeitlehrkräften abdeckten. Und ganz aktuell – zum 1. November – liege die Zahl der mit befristeten Angestelltenverträgen beschäftigten Vertretungslehrkräfte bei 2.672 Personen (entsprechend 1.922 Vollzeitlehrkräften). Die Bildungsministerin verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass für längerfristige Vertretungen der neue Landeshaushalt für 2012 und 2013 pro Jahr die Summe von 100 Millionen Euro für befristete Vertretungsverträge im Angestelltenverhältnis vorsehe.

Demografischer Wandel, Weiterentwicklung der Schulstruktur und Verbesserungen des pädagogischen Angebots bleiben Herausforderungen

„In den Angaben zur Unterrichtsversorgung, die zusammen mit den vorläufigen Daten der Schulstatistik Ende August in den Schulen erhoben wurden, schlagen sich neben den Auswirkungen der Einstellungsverfahren und den Folgen der demografischen Entwicklung auch die Auswirkungen von bildungspolitischen, zukunftsorientierten Weiterentwicklungen im pädagogischen Angebot der Schulen nieder“, betonte Doris Ahnen. Der Wegfall der Ansparstunde für die Lehrkräfte in den berufsbildenden Schulen, mit der Lehrerinnen und Lehrer zeitweise Mehrarbeit geleistet haben, habe sich mit 180 Vollzeitlehrereinheiten in den Personalplanungen für das laufende Schuljahr niedergeschlagen. Die Absenkung der Klassenmesszahlen in der Grundschule entspreche dem Gegenwert von 120 Vollzeitlehrereinheiten. „Und Maßnahmen wie der weitere Ausbau der Ganztagsschulen inklusive der G8-Ganztagsgymnasien, der Bildungsangebote im BBS-Bereich – beispielsweise der beruflichen Gymnasien, die Erweiterung des Netzes von Schwerpunktschulen oder der Aufbau der Fachoberschulen beanspruchen natürlich auch Personal und beeinflussen somit die Entwicklung der Unterrichtsversorgung“, hielt Doris Ahnen fest.

Nach den jetzt vorliegenden vorläufigen Zahlen der Schulstatistik sei die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler in den allgemeinbildenden Schulen erneut zurückgegangen, so die Bildungsministerin. Mit 442.300 Schülerinnen und Schülern besuchten im laufenden Schuljahr rund 8.200 Kinder und Jugendliche weniger als im Vorjahr die allgemeinbildenden Schulen. Während die Zahl der gebildeten Klassen in der Primarstufe (Grundschule) – vor allem auf Grund der ersten Stufe des Stufenplans zur Absenkung der maximalen Klassengrößen – erstmals seit langem wieder zugenommen habe, sei die Klassenzahl in der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) weiter zurückgegangen. Dabei überlagerten sich in den weiterführenden Schulen die Auswirkungen von Demografie und der Weiterentwicklung der Schulstruktur. Mit dem Auslaufen der Haupt- und der Realschulen in herkömmlicher Form verzeichne die Statistik für diese beiden Schularten zusammen 441 Klassen weniger als im Vorjahr. Die gleichzeitig aufwachsenden Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen verzeichneten hingegen ein Plus von 244 Klassen gegenüber dem Schuljahr 2010/2011.

„Es ist der feste Wille der Landesregierung, auch vor dem Hintergrund der notwendigen Haushaltskonsolidierung an dem Kurs festzuhalten, eine gute Unterrichtsversorgung in den Schulen sicherzustellen und zugleich das pädagogische Angebot weiter zu verbessern“, betonte Bildungsministerin Ahnen. Die Landesregierung werde auch in den kommenden Jahren alles dafür tun, um zukunftsweisende pädagogische Weiterentwicklungen zu unterstützen. „Dazu gehört in Rheinland-Pfalz, das bundesweit als das Ganztagsschulland angesehen wird, natürlich der weitere Ausbau von Ganztagsschulen. Schon jetzt machen gut 40 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen ein Ganztagsschulangebot. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll dies zumindest die Hälfte aller Schulen tun. Wir wollen zudem gerade den Eltern von behinderten Kindern ein uneingeschränktes Wahlrecht über den Förderweg ihrer Kinder geben. Und dazu gehört die Erweiterung des Netzes von Schwerpunktschulen, in denen behinderte und nicht-behinderte Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen, ebenso wie ein entsprechendes Angebot von Förderschulen. Wir wollen einen großen Schritt hin zu kleineren Lerngruppen machen und den Stufenplan zur Absenkung der Klassenmesszahlen in den Grundschulen und dann – wie vorgesehen – ab 2013 in der Orientierungsstufe der Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen umsetzen. Und mit der Einrichtung weiterer mit Realschulen plus verbundener Fachoberschulen sowie der Erweiterung des Bildungsangebots in den berufsbildenden Schulen wird die Durchlässigkeit des Bildungssystems im Land weiter vergrößert und werden neue Aufstiegschancen geschaffen. Gleichzeitig aber hat eine gute Unterrichtsversorgung aller Schulen für uns auch weiterhin höchste Priorität.“

Breites Informationsangebot – hohe Transparenz

Die heute vorgestellten Daten und Informationen sowie alle relevanten Zahlen und Fakten, die bereits bisher dem Landtag sowie der Öffentlichkeit vorgelegt worden sind, würden ab sofort auf der neuen Homepage www.unterrichtsversorgung.rlp.de vorgestellt, unterstrich Bildungsministerin Ahnen. Die Homepage, die immer wieder aktualisiert werde, erläutere zudem in möglichst allgemein verständlichen Texten das sehr komplexe Zusammenspiel verschiedenster Faktoren, die Einfluss auf die Personalplanung in den Schulen, auf das Einstellungsverfahren und letzten Endes auf die Unterrichtsversorgung haben. Bestandteil der neuen Homepage sei auch die aktuelle Zahl der Vertretungsverträge, die seit Schuljahresbeginn in regelmäßigen Abständen immer wieder neu ermittelt werde. „Wir schaffen damit für alle an Schule Interessierten ein möglichst umfassendes und ständig verfügbares Informationsangebot. Zielgruppen sind vor allem interessierte Eltern, derjenige Teil der professionell am Schulleben Beteiligten, der nicht direkt in die Unterrichts- und Personalplanung eingebunden ist, und auch die journalistischen Beobachterinnen und Beobachter“, sagte Doris Ahnen bei der symbolischen Freischaltung des neuen Internetportals. Selbstverständlich sei das Redaktionsteam der Homepage für Ergänzungswünsche immer offen.

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