25 Jahre Vertragsnaturschutz in Rheinland-Pfalz

25 Jahre Vertragsnaturschutz

Höfken: „Landwirte tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei“

Hofgut Sörrig, 17.11.11 Landwirtschaft und Naturschutz gehen in Rheinland-Pfalz seit 25 Jahren gemeinsame Wege: „Mit unseren Vertragsnaturschutzprogrammen machen wir ein flächendeckendes Angebot, um Landwirtschaft ökologisch auszurichten und die Artenvielfalt unserer Kulturlandschaften zu erhalten. In einem Vierteljahrhundert hat sich diese Idee zur Erfolgsgeschichte entwickelt“, sagte Landwirtschafts- und Umweltministerin Ulrike Höfken am Donnerstag anlässlich der Jubiläumsfeier auf dem Hofgut Serrig im Landkreis Trier-Saarburg.

Heute nehmen 4794 landwirtschaftliche Betriebe an den Förderprogrammen teil und leisten damit auf 18.730 Hektar aktiven Naturschutz. Allein in diesem Jahr wurden 3,28 Millionen Euro in den Vertragsnaturschutz investiert. „Mit unseren neuen Programmansätzen für die Bereiche Grünland, Acker, Streuobst und Weinberg sind wir bundesweit Vorreiter“, sagte Höfken. Sie setze sich im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Europa für eine ökologischere und sozial gerechtere Politik ein.

Die Ministerin erinnerte daran, dass sich Landwirtschaft und Naturschutz einst eher als feindliche Brüder denn als Partner verstanden. 1986 startete die Landesregierung von Rheinland-Pfalz drei Biotopsicherungsprogramme „Extensivierung von Dauergrünland“, „Ackerrandstreifen“ und „Streuobstwiesen“: Erstmals wurden Landwirten Ausgleichszahlungen angeboten, wenn sie zugunsten des Naturschutzes ihre Bewirtschaftung einschränkten. „Dies war die Geburtsstunde für den Vertragsnaturschutz in Rheinland-Pfalz, der sich seither stetig erneuert hat“, sagte Höfken. 1992 entwickelten Landwirtschafts- und Umweltministerium gemeinsam das „Förderprogramm Umweltschonende Landwirtschaft“ (FUL) Die bereits bestehenden Biotopsicherungsprogramme wurden in diesem Zuge modifiziert und ergänzt.

2006 wurde aus FUL PAULa, das Programm Agrar-Umwelt-Landschaft. Statt Naturschutz mit Ver- und Geboten durchzusetzen, wurden in den so genannten Kennartenprogrammen erstmals Ziele gesetzt, die Landwirtinnen und Landwirte in Eigenverantwortung umsetzen können. Die bisherige einzelflächenbezogene Naturschutzberatung wurde zudem durch das Programm „Partnerbetrieb Naturschutz“ ergänzt, an dem derzeit rund 80 Landwirte teilnehmen. Ministerin Höfken bedankte sich bei den Landwirtinnen und Landwirten, die ihre Verpflichtungen überproportional erfüllten, um bunte Wiesen und Weiden mit ihrer Artenvielfalt zu erhalten: „Landwirtschaftliche Flächen, die in den Programmen sind, weisen die höchste Artenanzahl auf. Das ist für mich der Beleg dafür, dass Naturschutz dann erfolgreich ist, wenn wir am Verständnis und der Verantwortung der Akteure ansetzen.“

Höfken kündigte an, als Landwirtschafts- und Umweltministerin diesen kooperativen Naturschutz weiter voran zu bringen. Sie berichtete, dass ihr Haus in diesem Jahr die PAULa-Förderprämien im Bereich Naturschutz überprüft und um durchschnittlich 25 Prozent angehoben habe. Bei der GAP-Reform plädiere sie für den Grundsatz „öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen“: „Mit meiner Politik will ich Produktionsformen, die dem Klimaschutz und dem Erhalt der Biodiversität dienen, verstärkt fördern. Davon profitieren alle Menschen in den ländlichen Räumen, die ja das Herzstück von Rheinland-Pfalz sind.“

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