Symposium Verbraucherbildung

Symposium Verbraucherbildung „Konsum – Ernährung – Lebensstil“

Höfken/ Hartloff: „Wir brauchen eine Ernährungswende und mehr Verbraucherbildung“

Mainz, 24.11.11 Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken und Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff nahmen heute an einer Podiumsdiskussion beim „Symposium Verbraucherbildung“ teil, das vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur ausgerichtet wurde. Das Symposium gibt den Auftakt für das Gemeinschaftsprojekt des Bildungsministeriums, des Verbraucherschutzministeriums und des Landwirtschaftsministeriums zur Qualifizierung von Lehrkräften im Bereich der Ernährungs- und Verbraucherbildung. Landesweit soll an Modellschulen unterschiedlicher Schularten beispielhaft erprobt werden, wie die Themen rund um Ernährungs- und Verbraucherbildung in den Unterricht integriert werden können. Kooperationspartnerin ist die Universität Koblenz-Landau.

Höfken erklärte: „Wir brauchen angesichts der dramatischen Entwicklung der Fehlernährung und ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes eine Ernährungswende hin zu weniger Fleisch und frischen, guten Lebensmitteln aus der Region. Angesichts der Tatsache, dass derzeit bis zu 50 Prozent unserer Lebensmittel im Müll landen, brauchen wir eine neue Wertschätzung von Lebensmitteln. Ohne eine umfassende Ernährungsbildung, die ein Bewusstsein über die Zusammenhänge herstellt, die Herkunft unserer Lebensmitteln und den Umgang mit ihnen, aber auch Genuss und Ernährungskultur wieder neu vermittelt, ist eine Ernährungswende nicht möglich.“ Ernährungsbildung müsse so früh wie möglich ansetzen und so lange wie möglich dauern – also von der Kita bis zum Seniorenheim, betonte die Ministerin. Hartloff erklärte, ein Ziel seiner Verbraucherschutzpolitik sei, dass sich die Verbraucherinnen und Verbraucher aktiv, gut informiert und kompetent in das Marktgeschehen einbringen und bewusste Konsumentscheidungen treffen, durch die sie nicht zuletzt auch Marktmacht ausüben könnten.

„Angesichts immer komplexerer Strukturen ist es jedoch wichtig, die Menschen durch Information und Beratung zu befähigen, dass sie die Rechte und Aufgaben, die sie als Verbraucher haben, auch ausüben können. Dazu gehört zum Beispiel das Wissen über Preisgestaltung, über Kundenrechte oder auch die kritische Reflexion des eigenen Konsumverhaltens, was besonders für Kinder und Jugendliche von fundamentaler Bedeutung ist. In diesem Zusammenhang ist die schulische Verbraucherbildung der frühzeitige Ansatz zur Ausbildung von Verbraucherkompetenzen und ein wichtiges Bildungsziel im Unterricht. Denn wie eine alte Volksweisheit besagt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr – und dies gilt auch für Themen der Verbraucherbildung“, so der Minister.

Die Politik sei hierzu auch gesetzgebend tätig. „So hat Rheinland-Pfalz seit 2008 im Bundesrat gefordert, dass Verbraucherinnen und Verbraucher vor der Warenbestellung im Internet zwingend über einen Button bestätigen müssen, dass ihnen bewusst ist, dass das angebotene Produkt bzw. die angebotene Dienstleistung etwas kostet. Diese sogenannten „Buttonlösung“ ist vor allem wirksam gegen versteckte Kostenfallen, wie sie online etwa beim Download von Apps, Klingeltönen oder Spielen lauern können: Denn oft ist für den Nutzer nicht kenntlich, dass diese kostenpflichtig sind, oder aber ungewollt ein Abo mit dem Download ausgelöst wird. Gerade junge Menschen sind von dieser Form der Internetabzocke besonders betroffen. Umso mehr freue ich mich, dass die Bundesregierung nach langem Zögern nun endlich aktiv geworden ist und ein entsprechendes Gesetz zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern auf den Weg gebracht hat“, bekräftigte Hartloff.

Höfken erklärte, um die Ernährungsbildung in den Kitas zu verstärken, werde das Beratungsangebot von Schulen auf Kindertagesstätten ausgeweitet. Außerdem wird das Landwirtschaftsministerium eine Kampagne zur gesunden und nachhaltigen Ernährung in Kindertagesstätten starten. Für Familienbildungsstätten ist ein „Esskurs für Familien“ zum Umgang mit Lebensmitteln geplant, mit dem auch die Eltern angesprochen werden sollen. Für Seniorenheime wird ein spezielles Beratungsangebot entwickelt, das den Heimen ermöglichen soll, ihr Essen noch besser an die Bedürfnisse der älteren Menschen anzupassen, erläuterte die Ministerin.

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