Hartloff fordert wirksame Maßnahmen gegen unseriöse Inkassounternehmen

Inkassounternehmen

Hartloff: Bericht der Verbraucherzentralen -erschreckendes Ergebnis für Inkassounternehmen

Mainz, 01.12.11 Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff wiederholte anlässlich der Vorstellung des Berichts der Verbraucherzentralen in Berlin über die Auswertung von Verbraucherbeschwerden zu Zahlungsaufforderungen von Inkassounternehmen abermals seine Kritik an der zögerlichen Haltung der Bundesregierung.

„Das Ergebnis des Berichts ist wirklich erschreckend. Eine Auswertung von über 4000 Verbraucherbeschwerden ergab, dass lediglich ein Prozent der Hauptforderungen, 53 Fälle, berechtigt waren, 15 Prozent der Forderungen, 537 Fälle, als unklar und 84 Prozent, 3.081 Fälle, als unberechtigt bewertet wurden. Dies ist mehr als unseriös und hat anscheinend System“, wertete Hartloff diese Ergebnisse. Immer wieder spielten unseriöse Inkassounternehmen eine tragende Rolle bei verschiedenen Geschäftsmodellen, bei denen Verbraucherinnen und Verbrauchern Verträge untergeschoben bekämen oder bei denen diese durch entsprechende Gestaltung von Internetseiten zu ungewollten Bestellungen kostenpflichtiger Angebote veranlasst würden. Allein 54 Prozent der Beschwerden entfielen auf den Bereich der „Abofallen“ im Internet.

„Natürlich dürfen die Menschen verlangen, dass die Politik hier umfassend tätig wird. Bei der sogenannten Buttonlösung im Bereich des Interneteinkaufs, die Rheinland- Pfalz bereits seit Jahren fordert, hat die Bundesregierung die Umsetzung geschlagene drei Jahre verzögert. Der kürzlich von Rheinland-Pfalz getragene Beschluss des Bundesrates im Bereich Inkasso sieht Regelungen zum Schutz vor unberechtigten Kostenforderungen durch Inkassounternehmen und durch Rechtsanwälte vor. Durch Änderungen des Rechtsdienstleistungsgesetzes und der Bundesrechtsanwaltsordnung können zukünftig rechtsmissbräuchliche Inkassodienstleistungen im Zusammenhang mit Forderungen aus Fernabsatzverträgen erschwert werden. Hierzu sollen Inkassodienstleistern sowie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten Informationspflichten gegenüber den Schuldnern auferlegt werden“, bekräftigte Hartloff.

Der Minister unterstrich, es könne nicht sein, dass Forderungen geltend gemacht würden und die Verbraucherinnen und Verbraucher, die dem Bestand einer Forderung widersprochen hätten, bei den folgenden Zahlungsaufforderungen keine oder wenig Angaben zur Identität des Unternehmers, zum Medium des Vertragsabschlusses oder zum Zeitpunkt der telefonischen Zustimmung erhielten. „Die unseriös arbeitenden Firmen haben anscheinend kein großes Interesse daran umfassend zu informieren. Nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes sei die Verweigerung von Informationen bereits zu einer Art ‚Geschäftsmodell’ geworden. Dem werden wir einen Riegel vorschieben.“

Hartloff rief auch die seriösen Inkassounternehmen dazu auf, sich gegen unbotmäßige Praktiken in der eigenen Branche zu wehren. „Diese schwarzen Schafe bringen einen ganzen Geschäftszweig in Verruf. Wenn etwa drei Viertel, der in der Studie befragten Verbraucherinnen und Verbraucher angeben würden, sie fühlten sich von den Inkassoschreiben bedroht und eingeschüchtert, ist das ein unhaltbarer Zustand.“

This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.

Comments are closed.