Sonntagskommentar Sind Sie auch schon schwindelig?

Sonntagskommentar

Sind Sie auch schon schwindelig?

Mainz, 04.12.11 hpt. Erinnern Sie sich noch, wie die Woche anfing? Vor etwa 7 Tagen war die Diskussion um die neue Frisur eines exilierten fränkischen Freiherren Thema. Deutlich wurde, daß er zwar ohne Haargel auskommt, aber alleine kein Buch schreiben kann. So ließ er sich vom Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo interviewen. In der Suite eines Londoner Nobel-Hotels…In das Vierjahreszeiten in Hamburg traut er sich offenbar noch nicht.

Eine „Riesendummheit“ habe er gemacht, der Freiherr, seinerzeit. als er nicht mehr wußte, ob er die Texte selbst geschrieben hatte oder nicht. Gut für seine politischen Gegner zu wissen, daß der Freiherr seine eigenen Texte nicht erkennt. Da können sie ihm so manchen Text unterschieben, ohne daß er sich wehrt. Guttenberg machte es eben so, wie vor rund 500 Jahren Gutenberg: „Copy and Place“ Nur, daß Guttenberg nie als „Mann des Milleniums“ geehrt werden wird. Zum „Plagiator des Jahres“ hat es immerhin noch gereicht. Man fragt sich nur: Was bewog Giovanni di Trabatoni -äh Lorenzo dazu, Guttenberg zu interviewen? Weil der ein kongenialer Selbstdarsteller ist, wie di Lorenzo auch? Wer weiß, was in der Suite des Londoner Nobelhotels wirklich geschah? Vielleicht waren die beiden gar nicht da, sondern ein Redaktionsassistent saugte sich das Ganze aus den Fingern…? Noch eine Frage: wer hat die Suite in diesem Nobelhotel eigentlich bezahlt? Wäre dies nicht auch bei Guttenberg in Halifax gegangen???

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat da andere Sorgen. Die letzte Ausschreibung von Bundes-Schuldverschreibungen fand nicht genügend Käufer. Offenbar sind die niedrigen Deutschen Zinsen uninteressant, die hoch verzinsten Staatsanleihen der Italiener und Spanier wurden ja sofort verkauft! Das ärgert die Physikerin. Jetzt will sie die Fiskal-Union. Kurz einen gemeinsamen europäischen Haushalt, gemeinsame Steuern, gemeinsame Schuldenzurückzahlung. Nicht, daß sie dies so explit sagen würde…Montag wird sie ihre Forderungen zusammen mit dem französischen Präsidenten vorstellen. Mehr Haushaltsdisziplin will sie und Strafen für Haushaltssünder. Welche Strafe wird dann Deutschland bekommen, weil es mit 83% Verschuldung 23% mehr Verschuldet ist, als der Maastricht-Vertrag dies erlaubt, und trotzdem 26 Milliarden neue Schulden aufnimmt?! Aber Dr. Merkel meint ja die anderen: Griechenland zum Beispiel, den treuen Kunden der deutschen Rüstungsindustrie.

Frau Dr. Merkel, eine Fiskal-UNion, wie Sie sie wünschen, mag ja sinnvoll sein, wirkt aber erst ab 2013. Die Schulden- und Finanzkrise haben wir aber jetzt. Sie ist Gegenwart und muß beendet werden. Also: jetzt handeln durch eine allumfassende Rückzahlungsgarantie der europäischen Staatsschulden, wie auch immer und dann für die Zukunft durch eine Fiskalunion dafür sorgen, daß so was nicht noch mal so vorkommt.

Was muß demm noch passieren, daß Dr. Merkel angemessen reagiert? Wenn die Krise der Finanzwirtschaft zur Krise der Realwirtschaft wird, schießen die Schulden der europäischen Staaten erneut in die Höhe, wie 1998-2011 und dann käme unweigerlich eine Währungsunion. Schön, wenn die Ackermannschen Privatmillionen dann zu Lira-Millionen würden, aber Ackermann hat als Schweizer sein Geld sicherlich in der Schweiz, Normalbürger jedoch in „innovativen Finanzprodukten“, die das Papier nicht werrt sind, auf dem sie gedruckt sind.

Dabei, liebe Kapitalanleger, gibt es ideale Investitionsgelegenheiten in die Realwirtschaft: Solar-Sparbriefe oder die Beteiligung an Bürger-Energie-Genossenschaften, die Windkrafträder betreiben. Der wirtschaftliche Effekt: die Investition erfolgt in Sachgüter, die durch den Energieverkauf vom ersten Tag an Rendite abwerfen. Gut für Ihr Konto. Für diese Energie müssen keine fossilen Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle importiert werden. Das Geld bleibt im Land. Gut für die währungsbilanz.

Da ist ja doch ein Weg: in die eigene Wirtschaft investieren und Staatsschulden garantieren. Solaranlagen in den Südländern würden naturgemäß noch mehr Rendite abwerfen und dort die gleichen Effekte auslösen.

Viele deutsche Gemeinden haben ja schon erkannt, daß sie durch die Pacht für das Gelände, auf dem Windräder aufgestellt werden und deren Gewerbesteuer ihre Haushalte sanieren können. Was im KKleinen geht, geht auch im Großen Frau Dr. Merkel.

Die Lehre: Handeln dann, wenn das Problem besteht! Wäre dies Staatsmaxime hätte selbst der Thüringer Verfassungsschutz die rechtsradikale Mörderbande realisiert und dingfest gemacht. Aber wer danach Handelt, daß nicht sein kann, was nicht sein darf, ruiniert nicht nur die Finanzen, sondern auch den Boden der Demokratie.

PS: Lesen Sie morgen den Montagskommentar…

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