Weine aus Steillagen besser profilieren

Weinbau

Ulrike Höfken: „Weine aus Steillagen besser profilieren“

Mainz, 05.12.11 Vor einem Jahr ist das Steillagenzentrum in den Neubau des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel in Bernkastel-Kues eingezogen, wo nun Weinbauschule, Labor und Versuchskellerei unter einem Dach untergebracht sind. Anlässlich dieses kleinen Jubiläums hat die rheinland-pfälzische Weinbauministerin Ulrike Höfken am Montag in Bernkastel-Kues eine Offensive zur Profilierung von Weinen aus Steillagen angekündigt: „An der Mosel und in anderen Steillagen wachsen unter schwierigen Anbaubedingungen besonders hochwertige Weine. Um dies gegenüber dem Verbraucher zu verdeutlichen, brauchen wir eine aussagekräftige Kennzeichnung auf dem Etikett“, sagte die Ministerin. Nur so könnten die Winzer dauerhaft höhere Preise erzielen und kostendeckend arbeiten.

Der Jahrgang 2011 zeige erneut, wie dringend eine Profilierung der Steillagenweine sei, so die Ministerin. „Die Menge liegt an der Mosel 30 Prozent über dem Vorjahr, die Qualität ist überdurchschnittlich. Mit den bislang erzielten Preisen von einem Euro pro Liter Fasswein können die Produktionskosten aber nicht gedeckt werden“, stellte Höfken fest. Um dies zu ändern, sei ein unverwechselbares Weinprofil notwendig. Ziel müsse es sein, dass die Kunden mit der Bezeichnung ‚Steillage’ herausragende Qualitäten verbinden, betonte Höfken und forderte auch die Weinbauverbände sowie den Weinwirtschaftsrat auf, hier Impulse zu setzen.

Rheinland-Pfalz habe erreicht, dass der Bund den Ländern bei der anstehenden Änderung des deutschen Weingesetzes eine entsprechende Ermächtigung einräume, um den Begriff ‚Steillage“ inhaltlich aufzuwerten. Für die Ausgestaltung dieser Möglichkeiten erwarte sie im nächsten Jahr die Vorschläge einer Arbeitsgruppe, die in Abstimmung mit dem Weinbaupolitischen Beirat eingerichtet worden sei.

Was die Vorschläge der EU-Kommission zur Weiterentwicklung der Weinmarktordnung betrifft, kündigte Höfken Widerstand aus Rheinland-Pfalz an: „Der Bundesrat hat bereits im März 2011 beschlossen, eine Verlängerung des Anbaustopps für Reben zu fordern, dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein.“

„Unsere Strategie ist es, den Sektor durch eine zielgerichtete Förderung von Investitionen voran zu bringen“, so die Ministerin. In diesem Sinne soll das Investitionsprogramm des Landes für die Weinwirtschaft zum Jahresbeginn 2012 neu gestartet werden. Dieses Programm war im September vorübergehend ausgesetzt worden, weil die hohe Nachfrage die vorhandenen Mittel überstieg. „Gemeinsam mit der Weinwirtschaft haben wir Ansätze zur Weiterentwicklung des Programms definiert und in eine Landesverordnung eingearbeitet“, berichtete die Ministerin. „Die Fördersätze fallen zwar niedriger aus, begünstigen aber insbesondere kleine und mittlere Weinbaubetriebe, die es im Wettbewerb schwer haben.“

Vom Zukunftspotenzial des Steillagenweinbaus ist die Ministerin überzeugt: „Für die Entwicklung des Tourismus an der Mosel ist der Erhalt der Weinkulturlandschaft entscheidend“, sagte die Ministerin. Hier setze ein Pilotprojekt des Steillagenzentrums in den Gemeinden Pölich, Kröv, Zell und Winningen an: Gemeinsam mit den Gemeinden und den Weinbaubetrieben werde derzeit ein Konzept erarbeitet, um eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive für die Betriebe zu schaffen.

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