Eliteforscher warnt vor sozialen Unruhen

Eliteforscher warnt vor sozialen Unruhen

Mainz, 06.12.11 Der Darmstädter Soziologieprofessor und Eliteforscher Michael Hartmann warnte heute im Mittagsjournal (SWR2 Hörfunk) vor drohenden herannahenden Unruhen. Grund sei das immer weitere Auseinanderklaffen von Reich und Arm in der Bundesrepublik. Die Lohnscheere habe sich um 20% geweitet, 1 Promille der Bevölkerung besäßen 25% des Vermögens in der BRD und 10 % besäßen 35,8 % des Vermögens in der BRD. Gleichzeitig nehme der Mittelstand ab und die untere Einkommensschicht zu.

Im Ranking der Ungerechtigkeit bei der Eigentums- und Lohnverteilung liege Deutschland heute direkt hinter den USA und Großbritannien, während es vor 10 Jahren noch im Mittelfeld, wo sich die skandinavischen Staaten befinden, gelegen habe. Hartmann sagte voraus, daß, ginge die Entwicklung weiter, Deutschland in 10 Jahren die gleichen sozialen Verwerfungen wie Großbritannien habe.

Hartmann bezeichnete es als falsch, die sozialsysteme europaweit herunter zzu sparen. Er empfahl stattdessen eine stäkere Besteuerung der Vermögenden, um die sozialen Leistungen zu erhalten und Schulden abzubauen. Gleichzeitig sei die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes dringend geboten, da bereits jeder 9. Arbeitnehmer weniger als 7 Euro die Stunde verdiene.

Auf die verabschiedeten Steuererhöhungspläne der SPD amgesprochen, sagte Hartmann, daß es nicht darauf ankäme, was auf Parteitagen verabschiedet würde, sondern darauf, was später Regierungshandeln würde. Da sei er bei der SPD skeptisch, da Parteichef Gabriel auf dem Bundesparteitag von den Erfolgen der Regierung Schröder gesprochen habe. Aber gerade Schröder habe die Fehlentwicklung in der Bundesrepublik eingeleitet.

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