Energieverbrauch der Industrie höher

Energieverbrauch in der Industrie übersteigt Vor-Krisen-Niveau

Fast die Hälfte des Energieverbrauchs entfällt auf Erdgas

Bad Ems,, 07.12.11 Die deutlich verbesserte Konjunktur hatte in der rheinland-pfälzischen Industrie einen deutlichen Anstieg des Energieverbrauchs zur Folge. Im Jahr 2010 wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems im Vergleich zu 2009 mit gut 87.200 Gigawattstunden rund 16,5 Prozent mehr Energie von der Industrie verwendet. Gegenüber 2008, dem Jahr vor der weltweiten Wirtschaftskrise, betrug die Zunahme noch 4,3 Prozent.

Der mit Abstand wichtigste Energieträger ist Erdgas. Rund 48 Prozent des Energiebedarfs der rheinland-pfälzischen Industrie wurde 2010 durch diesen Energieträger (46.400 Gigawattstunden) gedeckt. Daneben kam den Mineralölen bzw. Mineralölprodukten (21.700 Gigawattstunden) als Energieträger eine große Bedeutung zu. Auf diese Stoffgruppe entfiel ein Anteilswert von 25 Prozent. Der Stromverbrauch belief sich auf 15.400 Gigawattstunden, was einem Anteil von 18 Prozent entsprach.

Eine rheinland-pfälzische Besonderheit ist, dass ein großer Teil der Energieträger nicht energetisch, sondern als Ausgangsstoff für chemische Produkte genutzt wird. Mehr als ein Drittel des Energieverbrauchs der Industrie entfällt auf diese Verwendungsform. Hieran lässt sich erkennen, dass die chemische Industrie zu den größeren Energieverbrauchern im Land gehört. Rund 70 Prozent des industriellen Energieverbrauchs entfällt auf diesen Wirtschaftszweig. Mit weitem Abstand folgen die Wirtschaftszweige Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erde (6,1 Prozent) sowie die Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus (5,8 Prozent).

Die Daten stammen aus der Jahreserhebung über die Energieverwendung der Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes sowie des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden. Befragt wurden rund 2.200 Einheiten. Der Berichtskreis umfasst Betriebe dieses Wirtschaftsbereichs mit 20 und mehr Beschäftigten sowie alle produzierenden Betriebe von Mehrbetriebsunternehmen des produzierenden Gewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten unabhängig von deren Beschäftigtenzahl.

Die Erhebung erfasst alle Formen der Energieverwendung, wie Einsatzenergie, z. B. zur Elektrizitäts- und Wärmeerzeugung, sowie die nichtenergetische Verwendung (z. B. als Rohstoff für chemische Prozesse). Soweit Energieträger als Brennstoffe zur Stromerzeugung in eigenen Anlagen der Betriebe eingesetzt werden, enthält der Gesamtenergieverbrauch Doppelzählungen (Energiegehalt der eingesetzten Brennstoffe und des erzeugten und selbst verbrauchten Stroms).

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Umwelt)

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