Neue Untersuchung bestätigt Klimawandel im Land

Wasserwirtschaft

Höfken: Neue Daten bestätigen Klimawandel in Rheinland-Pfalz

Mainz, 09.12.11 Der Klimawandel in Rheinland-Pfalz ist für die vergangenen zehn Jahre deutlich zu belegen. Dies geht aus den Ergebnissen des aktuellen Klimamonitoringberichts 2011 des Kooperationsvorhabens KLIWA hervor. Der Bericht schreibt die Bestandsaufnahme aus dem Jahr 2008 für Süddeutschland fort. Umweltministerin Höfken: „Damit wird untermauert, dass der Klimawandel, der bis heute bei der Weltklimakonferenz in Durban diskutiert wird, nicht nur ein abstraktes globales Phänomen ist, sondern auch in Rheinland-Pfalz ein konkretes regionales Faktum ist. Es wird deutlich, wie sehr wir auf eine weltweite Vereinbarung zur Begrenzung des Treibhauseffekts angewiesen sind.“

Während der durchschnittliche Temperaturanstieg in Rheinland-Pfalz im Zeitraum von 1931 bis 2000 bei plus 0,6 Grad Celsius lag, ist für den Zeitraum 1931 bis 2010 eine Zunahme von durchschnittlich mehr als plus 1,0 Grad Celsius aus den Messwerten abzuleiten. In den letzten zehn Jahren lagen zudem nahezu alle mittleren Jahrestemperaturen erheblich über dem Durchschnitt. Eine Ausnahme stellt lediglich das Jahr 2010 dar, das den Trend des Temperaturanstiegs abminderte. Der Bericht zeigt auch, dass dabei die Erhöhung der durchschnittlichen Lufttemperatur in den Sommermonaten der letzten Jahre deutlich stärker ausgefallen ist als in den Wintermonaten.

Die Erwärmung beeinflusst den Wasserkreislauf und damit auch den regionalen Wasserhaushalt. Die bereits eingetretenen und gemessenen Veränderungen der Niederschläge, die nicht mehr als natürliche Variabilität wie bisher anzusehen sind, stellen ein weiteres Anzeichen des regionalen Klimawandels dar. Ein zunehmender Trend wie bei den Temperaturen ist in Rheinland-Pfalz bei den Niederschlägen in den vergangenen zehn Jahren nicht feststellbar. Die mittlere Niederschlagshöhe ist aber seit 1931 im Winterhalbjahr um bis zu 25 Prozent gestiegen, für das Sommerhalbjahr hingegen ist die Veränderung der Niederschlagshöhe eher gering.

Für die eintägigen Starkniederschläge lässt sich tendenziell eine Zunahme im Winter- und auch im Sommerhalbjahr feststellen.

Insgesamt lässt sich aus den Untersuchungen für Süddeutschland auch schlussfolgern, dass eine Tendenz zu steigenden Hochwasserabflüssen im Winterhalbjahr und in abgeschwächter Form auch im Sommerhalbjahr zu verzeichnen ist. Dies ist als Indiz einer Zunahme des Hochwasserrisikos zu werten.

Erstmals werden im aktuellen Klimabericht Auswertungen zu Niedrigwasserabflüssen und die Entwicklung der Grundwasserstände und Quellschüttungen betrachtet. Während sich für die Niedrigwasserabflüsse anhand der betrachteten Messreihen für Süddeutschland bisher kein eindeutiges Bild der Veränderungen ableiten lässt, ist bei vielen der untersuchten Grundwasserstände und Quellschüttungen ein früheres Auftreten ihres Maximums im Jahresgang zu beobachten. Dies bedeutet, dass im Sommer über einen längeren Zeitraum hinweg geringere Wasservorräte für die weitere Nutzung wie die Wasserversorgung zur Verfügung stehen.

Ministerin Höfken: „Die aufgezeigten Messungen legen es nahe, sich mit der Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu befassen. Dies gilt vor allem für die Wasserwirtschaft in Rheinland-Pfalz und ist deshalb auch erklärtes Ziel des Kooperationsvorhabens KLIWA.“

Hintergrundinformation Der Klimamonitoringbericht 2011 ist ein Arbeitsergebnis des Kooperationsvorhabens ‚Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft (KLIWA)’ der Länder Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz sowie des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Dem Bericht liegt eine Auswertung der bis ins Jahr 1931 zurück reichenden Wetterbeobachtungen des DWD und Abflussbeobachtungen der beteiligten Bundesländer zu Grunde. Die durchgeführten Auswertungen werden in mehrjährigen Abständen fortgeschrieben, um ein konkretes Bild des regionalen Klimawandels und belastbare Daten insbesondere für wasserwirtschaftliche Planungen zu erhalten. Die Auswertungen zeigen aber auch deutlich, dass für gesicherte Aussagen umfangreiche, kontinuierliche meteorologische und gewässerkundliche Messungen über einen langen Zeitraum eine Grundvoraussetzung sind.

This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.

Comments are closed.