Gewerbeaufsicht – PAK in Autoreifen Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz deckt Importe von Reifen mit krebserzeugenden PAK auf – Krebserregender Reifenabrieb gefährlich

Mainz, 12.12.11 Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland in diesem Jahr (nach Baden-Württemberg in 2010) Untersuchungen von Kraftfahrzeugreifen auf den Gehalt von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) durchgeführt. Erste Ergebnisse der analytisch sehr aufwändigen Untersuchungen liegen nun vor. Die gezielten Stichproben ergaben, dass über 10 Prozent der getesteten Reifen den Grenzwert deutlich überschreiten und zeigen, dass Weichmacheröle eingesetzt wurden, die nicht den EU-Vorgaben entsprechen. „Diese Reifen erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen und dürfen demnach auch nicht in den Verkehr gebracht werden“, erklärte Umweltministerin Höfken.

Mit etwa 10 Prozent liegt die Beanstandungsquote in dem Bereich, der auch bei einer vorangegangenen Untersuchung des Dachverbands europäischer Reifen- und Gummihersteller (European Tyre & Rubber Manufacturers’ Association,
ETRMA) ermittelt wurde. Allerdings wurden bei der Auswahl der Proben schon bestimmte Verdachtsmomente berücksichtigt. Bei allen beanstandeten Reifen handelte es sich um Importe aus der Volksrepublik China.

Die Untersuchungen erfolgten im Rahmen der Marktüberwachung zur Einhaltung der Vorschriften der Europäischen Chemikalienverordnung (sog.
REACH-Verordnung).
Da PAK ein krebserzeugendes Potenzial besitzen, wurde ihre Verwendung in Weichmacherölen bei der Reifenherstellung EU-weit drastisch beschränkt.
Diese
Beschränkung gilt gleichermaßen auch für in die EU importierte Reifen.

Die Gefahr geht weniger vom Berühren der Reifen aus, als von den Tonnen Reifenabrieb, die jährlich auf den Straßen erzeugt werden und in die Umwelt gelangen.
Über Luft und Wasser bzw. Lebensmittel können so die Gefahrstoffe aufgenommen werden, selbst wenn die Reifen nicht berührt wurden.

Die Aktion der rheinland-pfälzischen Gewerbeaufsicht soll dazu beitragen, die Belastung der Bevölkerung mit krebserzeugenden Stoffen zu reduzieren. Als Nebeneffekt werden auch europäische Hersteller, die sich an die Regeln halten, vor unlauterer Konkurrenz geschützt.

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