Gesundheitswesen/Krankenpflegeausbildung Malu Dreyer: Vorschlag der EU-Kommission wird den Fachkräftemangel in der Pflege verschärfen

 

 

Mainz, 23.12.11 „Rheinland-Pfalz lehnt den Vorschlag der EU-Kommission
ab, nur Kandidatinnen und Kandidaten für Ausbildungsgänge der
Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger,
Hebammen und Entbindungspfleger zuzulassen, die eine allgemeine
Schulausbildung von mindestens zwölf Jahren absolviert haben“, wie
Sozialministerin Malu
Dreyer heute in Mainz unterstrich. Sie halte einen solchen Schritt nicht
für notwendig, um den gestiegenen beruflichen Anforderungen für
Krankenpflegerinnen
und Krankenpfleger sowie Hebammen und Entbindungspfleger gerecht zu
werden. Nach Ansicht von Dreyer werde dies den Fachkräftemangel sogar
noch verschärfen.

Zum Hintergrund: In dieser Woche legte die Kommission der Europäischen
Union den Vorschlag zur Modernisierung einer Richtlinie vor, die die
gegenseitige
Berufsanerkennung in den Mitgliedsstaaten der EU regelt. Vorgesehen ist
unter anderem, die Zulassungsvoraussetzung für die Krankenpflege- und
die Hebammenausbildung
von einer derzeit zehnjährigen allgemeinen Schulausbildung auf zwölf
Jahre heraufzusetzen.

„Die heutige Ausbildung in der Krankenpflege und der Hebammen in
Deutschland stellt eine hohe Qualität sicher, wir halten daher eine
generelle Anhebung
der Zugangsvoraussetzungen nicht für notwendig“, so Dreyer. Für
besonders hohe Anforderungen in der Pflege seien sicherlich vereinzelt
auch akademisch
qualifizierte Pflegekräfte und damit zwölf Jahre Schulausbildung
sinnvoll. Dafür müsse man aber nicht das Abitur oder das Fachabitur als
Zugangsvoraussetzung
für die Pflegeausbildung aller Auszubildenden vorschreiben, so die
Politikerin. Sie wies dabei auf den rheinland-pfälzischen Weg einer
Teilakademisierung
in der Pflege hin. Das Gros der Pflegekräfte wird in Fachschulen
ausgebildet, ein kleiner Teil auch an den Hochschulen.

Angesichts der demografischen Entwicklung werde der Bedarf an
Fachkräften in den Pflege- und Gesundheitsberufen in den nächsten Jahren
weiter steigen. Es
müssten daher die Ausbildungsbemühungen noch einmal deutlich erhöht
werden. „Wir brauchen mehr Auszubildende in den Pflegeberufen, um die
notwendige Anzahl
an Fachkräften zu erhalten“, unterstrich Dreyer. Die Umsetzung der
EU-Vorgabe werde aber zum Gegenteil führen: Der Kreis der potenziellen
Bewerberinnen
und Bewerber werde erheblich eingeschränkt und die Zahl der
Auszubildenden sinken. Damit würden die Anstrengungen zur Verhinderung
eines Fachkräftemangels
in der Pflege konterkariert.

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