Hilfe für Kindertagesstätte in Iwate

„Hilfe für Iwate“

Kindertagesstätte wird mit Spenden aus Rheinland-Pfalz aufgebaut

Mainz, 13.01.12 Die Spendengelder vom Landeskonto „Hilfe für Iwate“ werden für den Aufbau einer Kindertagesstätte in Oosawa, einem Ortsteil der japanischen Küstenstadt Yamada, eingesetzt. Ministerpräsident Kurt Beck stellte heute das Projekt vor, das der Beauftragte für die internationale Zusammenarbeit, Prof. Dr. Siegfried Englert, bei einer Sondierungsreise in der rheinland-pfälzischen Partnerregion ausgewählt hatte.

„Die Menschen in Rheinland-Pfalz haben großes Mitgefühl nach der Katastrophe in unserer Partnerregion gezeigt. Über 182.000 Euro sind nach meinem Aufruf an Spenden auf dem Landeskonto eingegangen. Dieses Geld wird nun zielgerichtet für ein soziales Projekt eingesetzt, ohne dass dafür auch nur ein Cent an Verwaltungsausgaben abgezogen werden muss“, erläuterte der Ministerpräsident. Weitere Spendenvereinigungen hätten sich angeschlossen, so die Schulen in Kirchheimbolanden mit ihrer Aktion „Kibo heißt Hoffnung“ mit 72.000 Euro sowie der TÜV Rheinland mit 30.000 Euro. „Somit konnten wir für die Kindertagesstätte in Oosawa zwischenzeitlich über 280.000 Euro nach Japan übermitteln“, so Ministerpräsident Beck.

Die Tsunamiwelle hatte am 11. März 2011 in der rheinland-pfälzischen Partner-Präfektur Iwate größten Schaden angerichtet. Nach offiziellen Angaben gab es dort 4.600 Tote und über 2.000 Vermisste.

Ministerpräsident Kurt Beck hatte unmittelbar nach der Katastrophe seine Anteilnahme an Gouverneur Takuya Tasso übermittelt und aufgrund der großen Hilfsbereitschaft in der rheinland-pfälzischen Bevölkerung zu Spenden aufgefunden. Die Auswahl eines geeigneten Projektes hatte einige Zeit in Anspruch genommen, weil teilweise auch weiterhin unklar ist, wo nach den Zerstörungen aufgebaut werden darf und wer dort weiterhin leben kann bzw. möchte.

„Nach Gesprächen mit Vertretern der Präfekturverwaltung und dem Besuch von fünf Kindertagesstätten, die wieder- oder neu aufgebaut werden müssen, haben wir uns für die Oosawa-Kindertagesstätte (Nursery-School) entschieden“, sagte Prof. Siegfried Englert und informierte über weitere Details.

Die Oosawa-Kindertagesstätte hat zwei Gebäudeteile, die terrassenförmig etwas höher liegen als das komplett zerstörte Areal davor. Der vordere Gebäudeteil wurde von der auslaufenden Tsunami-Welle und dem mitgeführten Geröll beschädigt und kann nicht mehr genutzt werden. Das Hauptgebäude dient derzeit als beengter Notbehelf für 32 Kinder und muss ebenfalls abgerissen werden. An dieser Stelle kann aufgrund der erhöhten Lage ein vergrößertes neues Gebäude errichtet werden. Durch eine zusätzliche Aufstockung wäre es nach Angaben der Behörden sicher vor Erdbeben und Tsunami. Außerdem werden Deiche erhöht und weitere Schutzmaßnahmen vorgenommen.

Für den Neubau dieser Kindertagesstätte werden umgerechnet 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Regierungsprogramme und Versicherungszahlungen summieren sich bislang auf 900.000 Euro. Das restliche Geld soll aus Spendenmitteln finanziert werden. Ein großer Teil wird somit schon durch die rheinland-pfälzischen Spenden abgedeckt. Der Baubeginn ist für kommenden März vorgesehen, die Fertigstellung für Oktober 2012.

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