Großes Dunkelfeld bei Genitalverstümmelung

Genitalverstümmelung

Reich: Großes Dunkelfeld bei Genitalverstümmelung

Mainz, 19.01.12 „Die so genannte ‚Beschneidung’ weiblicher Genitalien ist ein Gewaltakt gegen die Frau. Sie ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, als solche seit 1995 international anerkannt und durch nichts zu rechtfertigen, auch nicht mit der Achtung kultureller Traditionen unterschiedlichster Art“, betonte Staatssekretärin Beate Reich anlässlich des Treffens des „Netzwerk INTEGRA“ im Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

Bei „INTEGRA“ handelt es sich um ein Netzwerk von zahlreichen deutschen Organisationen (Aktion Weißes Friedensband, Amnesty International, Deutscher Entwicklungsdienst (ded), unicef, UNIFEM, MISEREOR, Terre des femmes und weitere), die sich für eine Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung einsetzen. Schirmherr ist aktuell der Bundespräsident.

Reich erläuterte, dass man es im Bereich der Genitalverstümmelungen mit einem enorm großen Dunkelfeld zu tun habe. „Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, betroffenen Frauen und Mädchen, wo auch immer, zu helfen. Sie müssen wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie in Gefahr sind. Nur so werden wir die Chance haben, Genitalverstümmelungen weiter zurückzudrängen und von vornherein zu unterbinden, aber auch das Dunkelfeld aufzuhellen. Deswegen ist die Arbeit des Netzwerkes von enormer Bedeutung“, so die Staatssekretärin.

Information: Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat in einem einstimmigen Beschluss vom 5. Februar 2010 dazu Stellung bezogen. Er verurteilt die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen, die meist in afrikanischen sowie in einigen Ländern Asiens praktiziert wird, als schwere Menschenrechtsverletzung und Diskriminierung der Frau. Auch er stellt fest, dass Genitalverstümmelungen Verletzungen des Rechts auf körperliche Unversehrtheit mit schlimmsten körperlichen und seelischen Folgen sind. Keine kulturelle oder religiöse Tradition könne dieses Handeln rechtfertigen.

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