Gedenkstätte KZ Osthofen/Verfolgung Homosexueller im 3. Reich

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Gedenkstätte KZ Osthofen am 23. Januar 2012: Vortrag „Zwischen Terror und Anpassung – Zur Situation homosexueller Männer unter dem NS-Regime“ von Dr. Günter Grau

Vergessene Opfer der Nazis in unserer Region

Vortrag „Zwischen Terror und Anpassung – Zur Situation homosexueller Männer unter dem NS-Regime“ von Dr. Günter Grau am Montag, dem 23. Januar 2012 um 19.00 Uhr in Gedenkstätte KZ Osthofen

Mainz, 20.01.12 Zum Vortrag „Zwischen Terror und Anpassung – Zur Situation homosexueller Männer unter dem NS-Regime“ von Dr. Günter Grau lädt die Landeszentrale für politische Bildung am Montag, dem 23. Januar 2012 um 19.00 Uhr in die Gedenkstätte KZ Osthofen (Ziegelhüttenweg 38) ein.

Nach der Begrüßung durch Dr. Dieter Schiffmann, Direktor der Landeszentrale, spricht Joachim Schulte, Sprecher von QueerNet-RLP – Netzwerk der schwullesbischen Gruppen und Initiativen in Rheinland-Pfalz, ein Grußwort. Im Anschluss an seinen Vortrag steht Herr Dr. Grau für Fragen und Diskussion zur Verfügung.

Kooperationspartner der LpB ist „QueerNet-RLP“.

Dr. Günter Grau, ist Medizinhistoriker und arbeitete an den Universitätsinstituten für Geschichte der Medizin in Leipzig und der Charité Berlin. Er ist Gastwissenschaftler am Institut für Sexualwissenschaft der Universität Frankfurt und hat Werke zur Aufarbeitung des Schicksals homosexueller Männer in der Nazizeit veröffentlicht.

Dazu gehört das 2011 erschienene „Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933 – 1945.

Zum Vortrag Dr. Grau schildert die Ziele der verbrecherischen Politik der Nationalsozialisten gegenüber Homosexuellen, von ihrer Verfolgung durch die Gestapo, über die Inhaftierung in den Konzentrationslagern bis hin zur Ermordung vieler Häftlinge aus dieser Verfolgtengruppe. Anhand von Beispielen aus Ermittlungen von Gestapo und Kripo in Städten des heutigen Rheinland-Pfalz geht Grau der Frage nach, ob sich die Politik gegen alle homosexuellen Männer richtete oder nur gegen bestimmte Gruppen.

Die Geschichte der Ausgrenzung Homosexueller war in Deutschland auch 1945 noch nicht zu Ende. Der Paragraph 175 hatte bis 1969 in der durch die Nationalsozialisten verschärften Fassung Gültigkeit

und wurde erst 1994 endgültig aus dem StGb gestrichen. Schon deshalb konnten sich homosexuelle NS-Verfolgte lange Zeit nicht öffentlich bekennen und wie andere Verfolgtengruppen über die ihnen zugefügten Verbrechen durch die Nationalsozialisten berichten. Niemand erhielt bis heute eine Entschädigung.

2002 wurden die zwischen 1935 und 1945 verhängten Urteile aufgehoben, In Berlin wurde 2008 ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen eingeweiht. Doch bis heute sind die Homosexuellen nicht überall vollständig als Verfolgte des Nationalsozialismus anerkannt.

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