Gewalt in engen sozialen Beziehungen

Beziehungsgewalt geht alle an

Mainz, 21.01.12 „Die breit aufgestellte Aufklärungsarbeit gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen hat dazu geführt, dass sich heute mehr Betroffene bei den zuständigen Stellen melden und sich wehren. Dass dieses traurige Gesellschaftsthema enttabuisiert werden konnte, ist verdienter Lohn der intensiven Arbeit der vergangenen Jahre“, sagte Innenminister Roger Lewentz.

Dies gehe auf die behörden- und ressortübergreifende „Rheinland-pfälzische Initiative gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen“ (RIGG) zurück, die von Ministerien, Frauenunterstützungseinrichtungen, Jugendämtern, Staatsanwaltschaften und vielen anderen mehr getragen werde.

„Seit den neunziger Jahren hat sich Vieles geändert. Der Begriff „Gewalt in engen sozialen Beziehungen“ hat den Terminus der „Familienstreitigkeit“ abgelöst. Wo Menschen in Beziehungen zusammen leben, werden immer wieder Konflikte auftreten. Deshalb ist es wichtig, bei diesem Thema nicht in einem Projektzyklus zu denken. Wir können und werden uns beim Kampf gegen Gewaltkonflikte nicht zurücklehnen. Das geht uns alle an“, betonte Lewentz. Daher sei der Leitfaden „Gewalt in engen sozialen Beziehungen“ nun den neuen Entwicklungen der Zeit angepasst und überarbeitet worden. Es gelte, die Polizeiarbeit gegen diese Form der Gewalt weiter auszubauen und die Mitmenschen zu sensibilisieren.

„Phänomene wie Stalking, Kinder in Gewaltbeziehungen, behinderte Menschen als Betroffene, Zwangsheiraten und Migrantinnen als Opfer von Gewalt fordern uns beinahe täglich auf, genau hinzusehen und einzugreifen“, mahnte Roger Lewentz. Auch deshalb sei der Leitfaden weiterentwickelt worden, der sich in den folgenden wesentlichen Aspekten von der Erstausgabe unterscheidet oder diese ergänzt:

Liste mit 6 Einträgen • Besondere Opfergruppen, wie z.B. Kinder in Gewaltbeziehungen, Migrantinnen als Opfer oder Frauen mit Behinderung als Opfer, • Hilfeangebote für die Opfer und Therapieangebote für die Täter, • Intervention bei der Gefahr von Tötungsdelikten, • Stalking, • Rechtsgrundlagen nach der Novelle des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes aus 2011, • neue Belehrungserfordernisse im Bereich des Opferschutzes. Listenende

„Die Handreichung soll richtungweisend und leitend für die polizeiliche Intervention sein. Sie soll die Polizeikräfte informieren, und sensibilisieren. Zudem leistet der Leitfaden gezielte Hilfestellungen, bietet Lösungsvorschläge und ist neben den Aus- und Fortbildungsinhalten die Grundlage für ein effektives Handeln in diesem schwierigen Arbeitsfeld“, lobte der Minister. Sie sei flächendeckend in der Polizei verteilt worden. Zudem verteilt die Polizei einen Flyer an Opfer von Gewalttaten mit wichtige Tipps und Anregungen für den Umgang mit der Situation und zu den Angeboten der Behörden und Unterstützungseinrichtungen.

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