Hartloff skeptisch bei Funkbezahlsystem

Verbraucherschutz

Hartloff: Einführung von „Girogo“ nicht unproblematisch

Mainz, 21.01.12 Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff sieht bei der Einführung des neuen funkgesteuerten Bezahlsystems „Girogo“ einige Fragen für die Verbraucherinnen und Verbraucher noch nicht hinreichend beantwortet.

„Die Einführung einer neuen Technologie birgt immer Chancen, aber auch einige Risiken. Insbesondere sind noch nicht alle Sicherheitsfragen und datenschutzrechtlichen Fragestellungen bei der demnächst anstehenden Einführung des neuen Bezahlsystems geklärt. Auch ist grundsätzlich einmal darüber nachzudenken, ob ein völlig abstrakter Bezahlvorgang nicht auch zu einem unbedachteren Kaufverhalten führt. Das wäre sicherlich nicht im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher“, stellte Hartloff klar. Nach Angaben des Deutschen Sparkassen-und Giroverbandes beginnt die bundesweite Einführung der Girocard im August 2012. Die Wartezeit an den Kassen soll durch das kontaktlose Bezahlen um bis zu 25 Prozent reduziert werden. Die Karte muss nicht mehr in ein Lesegerät gesteckt werden, sondern nur, in einem Abstand von maximal vier Zentimetern, davor gehalten werden. Beträge von bis zu 20 Euro können dann abgebucht werden. Mit der sogenannten Nahfunktechnologie (NearField- Communication-Technologie) werden Daten, die auf einem Chip in der Karte gespeichert sind, per Funk an den Empfänger übertragen. Die Daten sollen dabei verschlüsselt werden.

„Ich sehe durchaus die Gefahr eines möglichen Missbrauchs der Daten, zum Beispiel um Bewegungsprofile zu erstellen. Jede Verbraucherin und Verbraucher hinterlässt durch die Nutzung Spuren an vielen Stellen. Darüber hinaus merkt die Besitzerin oder Besitzer auch nicht unbedingt, dass Daten überhaupt ausgelesen werden. Darüber hinaus ist nicht klar, wofür diese Daten letztlich verwendet werden. Selbstverständlich birgt das kontaktlose Bezahlen auch ein relevantes Sicherheitsrisiko beim Ausspähen von Daten durch Kriminelle, die beispielsweise mit mobilen Lesegeräten ans Werk gehen könnten“, unterstrich Hartloff.

Hartloff forderte die einführenden Unternehmen auf, bei der Einführung nachzulegen und die Kundinnen und Kunden transparent und umfassend, auch über mögliche Risiken, zu informieren. „Denn von der Sicherheit der persönlichen Daten wird es auch abhängen, ob die Kunden das neue Angebot annehmen“, bekräftigte der Minister.

Es sei aber bereits eine gute Sache, dass nach Angaben des Sparkassen-und Giroverbandes keine Kundeninformationen und keine Namen an den Handel weiter gegeben werden sollen. Gespeichert würden demnach nur Betrag und Datum, nicht der Ort oder die Ware.

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