Essstörungen rechtzeitig erkennen

LZG veröffentlicht Elterninfo zum Thema Bulimie

Mainz, 24.01.12 Das neue Jahr hat begonnen und der Winterspeck soll runter. Viele Menschen haben sich für die nächsten Wochen vorgenommen Diät zu halten. „Gegen eine vernünftige Gewichtsreduktion, die auf gesunde Ernährung setzt, ist nichts einzuwenden. Vorsicht ist aber bei radikalen Hungerkuren geboten“, warnt Sanitätsrat Dr. Günter Gerhardt, Vorsitzender der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG). „Diäten und Hungerkuren gelten als ‚klassischer Einstieg‘ in alle Formen von Essstörungen.“ Zwei Drittel aller Mädchen kennen Diäten aus ihrem näheren Umfeld oder haben bereits selbst eine ausprobiert.

Mit dem aktuellen Faltblatt „Bulimie“ aus der Reihe Elterninfo wendet sich die LZG daher besonders an Eltern.

Bulimie, auch Ess-Brech-Sucht genannt, ist eine Krankheit, die lebensbedrohlich werden kann. Überwiegend sind Frauen betroffen, vor allem bei jungen Mädchen kommt die Störung vor. Wie Magersucht und Esssucht ist auch Bulimie häufig eng mit der weiblichen Rolle verknüpft und kann als ein Versuch gesehen werden, gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen und „verbotene“, als unweiblich geltende Gefühle, wie z. B. Aggressionen, zu unterdrücken. Allerdings steigt auch unter jungen Männern die Zahl der Erkrankungsfälle an.

Bulimie zeichnet sich durch Heißhungerattacken aus, bei denen meist sehr große Mengen gegessen werden. Danach erfolgt ein selbst herbeigeführtes Erbrechen. Auch durch Medikamente, wie Appetitzügler und Abführmittel, oder durch extreme sportliche Betätigung versuchen die Erkrankten oft eine Gewichtszunahme zu verhindern. Die Essstörung ist äußerlich nicht zu erkennen, sie tritt sowohl bei Normalgewichtigen als auch bei Menschen mit Unter- oder Übergewicht auf.

„Mit der Elterninfo „Bulimie“ wollen wir über die Krankheit informieren und Eltern Hinweise geben, wie sie risikoreiches Essverhalten erkennen können“, so der LZG-Vorsitzende Dr. Gerhardt. „Zu diesen Anzeichen gehören Diäten, die extreme Beschäftigung mit dem eigenen Gewicht, aber auch der Rückzug von den Mahlzeiten mit der Familie.“

LZG-Elterninfos nehmen zu unterschiedlichen Aspekten der Erziehung und der gesunden Lebensgestaltung in Familien Stellung und geben Eltern alltagsnahe Tipps. Sie stellen auf DIN A4 Faltblättern kurz, kompakt und gut verständlich die wichtigsten Informationen zu ausgesuchten Familien- und Gesundheitsthemen zusammen. Die LZG-Publikationsreihe wird laufend um weitere Ausgaben ergänzt. Alle Ausgaben finden sich zum Herunterladen auf der LZG-Homepage unter www.lzg-rlp.de

Für Eltern, die die Sorge haben, dass ihr Kind von Bulimie betroffen sein könnte, bietet die LZG einen Online-Kurs an. Der Kurs „Wer is(s)t was?“ ist über die Plattform www.elearning.lzg-rlp.de zu finden und beinhaltet umfangreiche Informationen und Tipps zum Umgang mit Essstörungen.

Erste Anlaufstelle für Fragen zum Thema Sucht ist die Telefon-Hotline der LZG. Unter der Nummer 0800-5511600, die aus dem Festnetz kostenfrei angewählt werden kann, werden rund um die Uhr Informationen zu Abhängigkeitserkrankungen angeboten. Hier erhalten Betroffene auch Hinweise auf Suchtberatungsstellen in ihrer Nähe.

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