Weichmacher sind für Kinder gefährlich

Schadstoffe

Mögliche Gefahren für Kinder durch Bisphenol A und Weichmacher

Mainz, 25.01.12 Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat heute im Mainzer Rathaus ein Expertengespräch zum Thema Bisphenol A und Weichmacher veranstaltet. Anlass sind zwei Berichte des BUND aus dem Jahr 2011 zur Belastung von Bodenstaub in Kindergärten und Kindertagesstätten mit Bisphenol A und Weichmachern. Dabei wurden teilweise unerwartet hohe Belastungen des Bodenstaubes mit den genannten, hormonähnlich wirkenden Substanzen festgestellt.

Umweltministerin Ulrike Höfken sagte bei der Eröffnung der Veranstaltung: „Die Verwendung von Bisphenol A und Weichmachern bei der Herstellung von Spielzeug und anderen Alltagsgegenständen ist nach wie vor weit verbreitet. Ich setze mich in Zusammenarbeit mit meiner Kollegin Irene Alt dafür ein, dass diese Stoffe aus Vorsorgegründen im Bereich der Kinder deutlich minimiert werden. Experten weisen darauf hin, dass gerade für Kleinkinder und Säuglinge Bisphenol A und Weichmacher große gesundheitliche Gefahren bergen können.“

Bisphenol A ist ein Grundstoff zur Herstellung des Kunststoffes Polycarbonat. Er ist in vielen Alltagsgegenständen enthalten, z.B. in Plastikgeschirr, Konservendosen und Thermopapier (z.B. Kassenbons). Analysen des BUND haben Bisphenol A zudem im Hausstaub von Kindertagesstätten nachgewiesen. Auf dem Boden spielende oder krabbelnde Kleinkinder und Säuglinge kommen mit dem Bodenstaub in intensiven Kontakt, nehmen ihn und auch ihr Spielzeug in den Mund, verschlucken den Staub. Weil bei ihnen das Immunsystem und die Ausscheidungs- und Metabolisierungsfähigkeit der Organe noch nicht voll entwickelt sind, geraten die Kinder auf diesem Wege in Gefahr zu erkranken bzw. in der Zukunft in ihrer Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigt zu sein. Einige wissenschaftliche Untersuchungen haben im Tierversuch gezeigt, dass Bisphenol A und Weichmacher als östrogenähnliche Substanzen offenbar schon in sehr niedriger Konzentration in den Hormonhaushalt eingreifen. Die Industrie weist dagegen auf andere Studien hin.

Seit dem 1. Juni 2011 ist EU-weit der Einsatz von Bisphenol A in Babyfläschchen verboten. Ziel der Veranstaltung des Umweltministeriums ist es unter anderem, aktuelle humantoxikologische Informationen aus verschiedenen Blickwinkeln zu erhalten, praktische angepasste Lösungen für geeignete Maßnahmen im Kindergartenbereich zu identifizieren, politischen Handlungsbedarf wie z. B. Kennzeichnungspflichten zu identifizieren und die interessierte Öffentlichkeit in offener Diskussion zu beteiligen.

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