Kurt Beck zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Beck: Kultur des Erinnerns als Bollwerk gegen den Hass

Mainz, 27.01.12 Bei der Plenarsitzung des Landtags aus Anlass des heutigen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus hat Ministerpräsident Kurt Beck das Erinnern an die Gräueltaten der Hitler-Diktatur als fortwährende Aufgabe für Deutschland und die Deutschen beschrieben. „Die dunklen Stunden der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft werden uns nicht verlassen“, sagte der Ministerpräsident in seiner Ansprache. „Es darf kein Vergessen geben. Es muss immer ein Erinnern geben.“

Der 27. Januar ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Es sei richtig und notwendig gewesen, dass der damalige Bundespräsident Roman Herzog 1996 diesen Tag zum Gedenktag bestimmt habe, sagte Beck: „Wir gedenken heute mit Achtung und Respekt der Opfer des Nationalsozialismus in Deutschland und stärken damit die Kultur des Erinnerns, die dazu beiträgt, dass Toleranz heute ein zentraler Wert in unserer Gesellschaft ist und dass der überwiegende Teil der Menschen in unserem Land fest zur freiheitlichen Demokratie steht.“

Doch im vergangenen Jahr, so Beck weiter, habe man mit Schrecken und Scham feststellen müssen, dass es Rechtsterroristen zehn Jahre lang möglich gewesen sei, Unschuldige aus Hass zu ermorden. Der Ministerpräsident sagte: „Es ist unbegreiflich und abstoßend, dass es noch immer Menschen in unserem Land gibt, die aus der Geschichte nicht gelernt haben. Menschen, die nach wie vor braunes Gedankengut pflegen, die unsere Werte und unsere offene, moderne Gesellschaft ablehnen.“

Es sei die Pflicht des Staates, die Strukturen zu zerschlagen, die rechte Gewaltverbrechen möglich gemacht hätten. „Nur so können wir der Verpflichtung, die gerade wir Deutschen vor der Geschichte haben, gerecht werden“, so Beck. Der Ministerpräsident erinnerte außerdem an das Schicksal von mehr als einer halben Million Sinti und Roma, die von den Nazis ermordet worden seien. Auch aus dem heutigen Rheinland-Pfalz seien Menschen verschleppt worden, unter anderem aus Mainz, Worms, Ingelheim, Koblenz und aus Trier.

Sinti und Roma würden auch heute noch diskriminiert und seien von Rassismus und Gewalt betroffen. Ministerpräsident Beck: „Es ist menschenunwürdig wie Sinti und Roma noch immer in Teilen Europas behandelt werden. Auf dem Weg zu einem geeinten Europa müssen solche Zustände unbedingt überwunden werden.“

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