Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Landtag Rheinland-Pfalz hat bereits früh die Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog aufgegriffen und erinnert seit dem 27. Januar 1998 mit einer Plenarsitzung am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz an die Opfer des Nationalsozialismus.

„Rheinland-Pfalz hat seine Lehren der auch nach dem Ende des Dritten Reichs fortwährenden Diskriminierung der Sinti und Roma Lehren gezogen . Darum hat Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland mit dem Verband Deutscher Sinti & Roma – Landesverband Rheinland Pfalz eine Rahmenvereinbarung zum Schutz vor Diskriminierung und zur Förderung der Kultur der Minderheit geschlossen sowie einen Fond eingerichtet, um diejenigen Opfer des Nationalsozialismus zu unterstützen, denen Entschädigungszahlungen bislang verwehrt wurden.

Zur Achtung vor den Opfern gehört aber nicht nur, die Überlebenden zu unterstützen. Es gehört auch dazu, sich die Geschichte ihres Leidens vor Augen zu führen, “ so Landtagspräsident Mertes anlässlich der Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2012 in Mainz.

Der Landtag gedenkt am 27. Januar aller Opfer des Nationalsozialismus, aber stellt in der Gedenksitzung jeweils eine bestimmte Opfergruppe in den Mittelpunkt , um hierauf jeweils einen besonderen Fokus zu richten. Am 27. Januar 2012 ist die Gedenksitzung besonders dem Gedenken an die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma gewidmet. Im Mittelpunkt der Gedenksitzung standen die Gedenkansprache von Jacques Delfeld und die Rede von Prof. Dr. Wolfgang Benz. Die musikalische Gestaltung der Sitzung wurde von den Roma und Sinti Philharmonikern übernommen.

Jacques Delfeld ist seit 1988 Vorsitzender und Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Sinti und Roma–Landesverband Rheinland-Pfalz. Als Vorsitzender des Verbands gehört er auch dem Vorstand des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma an. Prof. Dr. Wolfgang Benz war von 1990 bis 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin und ist in diesem Zusammenhang auch mit Werken zum Antisemitismus und zur Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager und Arbeiten zum Antiziganismus hervorgetreten. Zuvor war er Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München.

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