Landwirtschaftliche Betriebe immer größer

Jeder zehnte Betrieb bewirtschaftet mindestens 100 Hektar

Bad Ems, 06.02.12 Der Rückgang der Zahl landwirtschaftlicher Betriebe bei gleichzeitiger Zunahme der durchschnittlichen Betriebsgröße setzte sich auch im Jahr 2011 fort.

Im März 2011 zählte das Statistische Landesamt in Rheinland-Pfalz 20.000 landwirtschaftliche Betriebe, das waren 600 bzw. drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche ging leicht um 2.000 Hektar auf 703.000 Hektar zurück. Dadurch stieg die landwirtschaftlich genutzte Fläche je Betrieb innerhalb eines Jahres um einen auf 35 Hektar.

Gut ein Viertel der Betriebe (5.200) bewirtschaften weniger als fünf Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. Zurückzuführen ist die starke Besetzung dieser Größenklasse vor allem auf die kleinbetrieblichen Strukturen im Weinbau. Wein- und Obstbaubetriebe verfügen im Allgemeinen aufgrund der höheren Wertschöpfung pro Flächeneinheit über eine kleinere Flächenausstattung als z. B. Getreideerzeuger. Mit 10.900 Hektar bewirtschafteten die Betriebe unter fünf Hektar nur 1,5 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Demgegenüber bewirtschafteten die gut 2.100 Betriebe mit mindestens 100 Hektar (10,2 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe) mehr als 46 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Bundesweit gab es im März 2011 noch 293.900 landwirtschaftliche Betriebe, das waren 1,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Insgesamt betrug die landwirtschaftlich genutzte Fläche 16,7 Millionen Hektar, so dass ein durchschnittlicher Betrieb in Deutschland auf 57 Hektar kam. Fast zwölf Prozent der Betriebe bewirtschafteten 100 und mehr Hektar. Der Anteil der Betriebe mit weniger als fünf Hektar lag bei unter zehn Prozent.

Die Daten stammen aus der jährlich stattfindenden Bodennutzungshaupterhebung. Befragt wurden rund 6.300 landwirtschaftliche Betriebe mit fünf Hektar und mehr landwirtschaftlich genutzter Fläche bzw. Betriebe, die über bestimmte pflanzliche oder tierische Mindesterzeugungseinheiten verfügten. Die Angaben dieser Betriebe wurden zu einem Landesergebnis hochgerechnet. Regionalisierte Ergebnisse liegen für das Jahr 2010 vor. Beim zeitlichen Vergleich ist zu berücksichtigen, dass die unteren Erfassungsgrenzen (zuletzt für das Jahr 2010) angehoben wurden.

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Umwelt)

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