Pfadfinder durchs Internet

Schule / Verbraucherschutz:

„Medienscouts“ erklären Chancen und Gefahren des Internets Landesaktionstag zum Safer Internet Day 2012 im ZDF

Mainz, 07.02.12 „Das Internet birgt vielfältige Chancen, leider aber auch eine Menge an Gefahren. Das Land bietet zusammen mit einer ganzen Reihe von Partnern Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf verschiedenen Wegen Hilfestellungen, wie sie diese Gefahren erkennen und damit umgehen können. Dabei leisten die so genannten Medienscouts in den Schulen einen überaus wertvollen Beitrag für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien gerade durch Kinder und Jugendliche.“ Mit diesen Worten lobten Bildungsministerin Doris Ahnen und Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff anlässlich der zentralen Landesveranstaltung zum internationalen „Safer Internet Day“ die Schülerinnen und Schüler, die sich im Rahmen des Landesprogramms „Medienkompetenz macht Schule“ zum „Medienscout“ haben ausbilden lassen. „Medienscouts“ vermitteln ihren Mitschülerinnen und Mitschülern in und außerhalb der Schule ihr Expertenwissen im sicheren Umgang mit digitalen Medien und mit dem Internet.

Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß, die gemeinsam mit Minister Hartloff bei der Veranstaltung in den Räumen des ZDF mit Schülerinnen und Schülern über „Sicherheit im Netz“ diskutierte, zeichnete zudem sechs Schulen für ihre besonders nachhaltige Medienerziehung aus. „Wir waren von Anfang an überzeugt, mit dem Programm ,Medienkompetenz macht Schule‘ qualifizierte Projekte auf den Weg gebracht zu haben. Daher freuen wir uns besonders, dass wir jetzt sechs Schulen als ‚Medienscoutschule Rheinland-Pfalz‘ auszeichnen können. Diese Schulen haben in den vergangenen Jahren wirkungsvolle Konzepte für einen nachhaltigen Jugendmedienschutz entwickelt und setzen diese erfolgreich um. Die große Zahl interessierter Schülerinnen und Schüler, die sich engagieren und mit hoher Verantwortungsbereitschaft zum ,Medienscout’ ausbilden lassen möchten, belegt die breite Akzeptanz für dieses Angebot“, sagte Vera Reiß. Mit dem Titel „Medienscoutschule“ dürfen sich künftig schmücken: die Realschule plus St. Thomas in Andernach, das Gymnasium an der Heinzenwies in Idar-Oberstein, das Gymnasium Theresianum in Mainz, die Integrierte Gesamtschule Nicolaus-August-Otto-Schule in Nastätten, das Gymnasium im Paul-von-Denis-Schulzentrum in Schifferstadt und die Berufsbildende Schule für Ernährung, Hauswirtschaft und Sozialpflege Trier.

Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff unterstrich: „Im Internet müssen wir besonders aufmerksam sein, vor allem, wenn wir persönliche Daten über uns preisgeben. Gerade in sozialen Netzwerken werden Informationen über uns gesammelt, die es ermöglichen, passgenaue Werbung zu schalten und so Konsumentscheidungen zu fördern.“ In diesem Zusammenhang rief Hartloff zu Vorsicht bei der neuen Facebook-Chronik auf, die das Unternehmen in den kommenden Wochen auch in Deutschland verpflichtend einführen will. Damit sollen Nutzerdaten möglichst umfassend dargestellt werden – zum Beispiel Stationen und Ereignisse auch aus früheren Zeiten, Fotos, Hobbies, Freunde oder Online-Aktivitäten wie Musik hören oder Zeitung lesen. „Wir sollten uns überlegen, ob wir wirklich so transparent sein wollen“, so der Minister, und appellierte zur Datensparsamkeit und zur kritischen Überprüfung älterer Facebook-Einträge. Ebenso verwies Hartloff auf Forderungen der Länder im Bundesrat nach Stärkung des Datenschutzes und der Privatsphäre bei sozialen Netzwerken.

Um Schülerinnen und Schüler bei der sicheren Internetnutzung zu unterstützen, fördert das Verbraucherschutzministerium auch Schulvorträge durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz im Themenfeld digitale Medien. Das Beratungsangebot ab Klassenstufe 6 steht interessierten Schulen auch in diesem Jahr wieder kostenfrei zur Verfügung (Email: telekommunikation@vz-rlp.de).

Der diesjährige „Safer Internet Day“ bildet den Abschluss der Ausbildung für 300 neue Medienscouts. Die Schülerinnen und Schüler erhielten im ZDF-Konferenzzentrum in Mainz Informationen zu Themen wie Rechtsextremismus und Pornografie im Internet, Kostenfallen, Datenschutz und Computerspiele. Insgesamt sind inzwischen mehr als 900 Medienscouts an 58 Schulen landesweit erfolgreich tätig. Unter Beteiligung eines Expertenteams der länderübergreifenden zentralen Kontrollstelle für den Jugendschutz im Internet, jugendschutz.net, und des MedienKompetenzNetzwerks Koblenz war 2009 im Rahmen des 10-Punkte-Programms der Landesregierung „Medienkompetenz macht Schule“ ein Konzept für diese Ausbildung erarbeitet worden, das seither in den Schulen umgesetzt wird und auf eine hohe Resonanz stößt.

Weitere Informationen im Internet unter: www.sid.rlp.de (Safer Internet Day in Rheinland-Pfalz); http://medienkompetenz.rlp.de (Programm Medienkompetenz macht Schule) und http://klicksafe.de (Sicherheit im Internet)

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