Unterstützung für Kinder aus suchtbelasteten Familien

„Denk an mich!“

Kinder aus suchtbelasteten Familien im Focus der LZG

Mainz, 08.02.12 Vom 12. bis 18. Februar 2012 richtet eine bundesweite Aktionswoche den Blick auf eine Gruppe von Kindern, die häufig nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie brauchen: Kinder aus suchtbelasteten Familien führen in den meisten Fällen ein Schattendasein. Mehr als 2,6 Millionen Kinder leben in Deutschland mit suchtkranken Eltern zusammen. Damit kommt fast jedes sechste Kind aus einer Suchtfamilie. Die vielfältigen Schäden und Belastungen dieser Kinder werden jedoch zu wenig zur Kenntnis genommen. Das Büro für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) legt seit einigen Jahren einen thematischen Schwerpunkt auf den Bereich „Kinder aus suchtbelasteten Familien“. Nun sollen eine Woche lang Veranstaltungen dazu beitragen, Fachkräfte und Öffentlichkeit für die Probleme dieser Kinder zu sensibilisieren.

Initiiert wurde die Aktionswoche von NACOA Deutschland – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e. V. Der Arbeitskreis „Hilfen für Kinder aus suchtbelasteten Familien in Rheinland-Pfalz“ sowie Suchtberatungsstellen beteiligen sich daran mit Aktionen in verschiedenen Orten des Landes. Pädagogische Fachkräfte, die im Rahmen ihres suchtpräventiven Auftrages Angebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien und deren Angehörigen durchführen, begleiten und koordinieren, bieten anlässlich der Aktionswoche Informationsveranstaltungen an.

Angst und Unsicherheit, ein Mangel an emotionaler Zuwendung und der Verlust von Geborgenheit – dies sind Kennzeichen einer Kindheit im Schatten elterlicher Sucht. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder aus suchtbelasteten Familien die größte bekannte Risikogruppe für eine Suchterkrankung im Erwachsenenalter darstellen. Darüber hinaus tragen sie eine Reihe weiterer Gesundheitsrisiken, entwickeln häufig psychische oder soziale Störungen, Angstsymptome oder Depressionen.

Durch die Suchterkrankung ihrer Eltern können Kinder in vielen Bereichen benachteiligt sein und brauchen daher Unterstützung. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Kinder suchtkranker Eltern haben durchaus Chancen auf eine gesunde Entwicklung. Erhalten sie beispielsweise in ihrer Lebenswelt von fürsorglichen Erwachsenen Unterstützung, sinkt ihr eigenes Erkrankungsrisiko nachweisbar. Hilfreich sind häufig schon einfache Informationen: „Sucht ist eine Krankheit“, „Du bist nicht schuld daran“ und „Suche Dir erwachsene Vertrauenspersonen, mit denen Du reden kannst und die Dich unterstützen“ sind Botschaften, die Kindern suchtkranker Eltern Hoffnung geben und sie entlasten. Sie bieten erste Ansatzpunkte für ein verändertes Umgehen mit der schwierigen familiären Situation und können den Kindern helfen, ihr Leben positiv zu beeinflussen.

Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) leistet unter dem Motto „Denk an mich!“ Präventionsarbeit für Kinder aus suchtbelasteten Familien. So werden beispielsweise Gruppenangebote initiiert, in denen Kinder und Jugendliche die wichtigen und entlastenden Botschaften erfahren. Hier erleben sie in einer Gruppe von Gleichaltrigen, dass sie mit ihren häuslichen Problemen nicht alleine sind und finden Unterstützung. Daneben bietet die LZG Fachkräfte-Fortbildungen an. Darin werden praxisnah Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit Kindern aus suchtbelasteten Familien und ihren Bezugspersonen beleuchtet und Lösungswege für ihre Unterstützung entwickelt. Außerdem stellt die LZG fachliche Begleitmaterialien zur Verfügung.

Weitere Informationen unter www.lzg-rlp.de und www.nacoa.de

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