Weißwein geht zurück, Rotweinfläche gestiegen

Weinbau

Müller-Thurgau verlor binnen zehn Jahren über ein Viertel an Rebfläche Dornfelder legte um fast 2.300 Hektar zu

Bad Ems, 14.02.12 Das Rebsortenspektrum in Rheinland-Pfalz hat sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewandelt. Die größte Bedeutung kam hierbei nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems dem in der ersten Hälfte des Jahrzehnts zu beobachtenden Trend zum Anbau von roten Rebsorten zu. Während die mit roten Sorten bestockte Rebfläche zwischen den Jahren 2001 und 2011 um 32 Prozent auf 19.573 Hektar zunahm, reduzierte sich die mit weißen Sorten bepflanzte Fläche um fast 13 Prozent auf 44.237 Hektar. Insgesamt ging die Rebfläche in diesem Zeitraum um 2,5 Prozent auf 63.810 Hektar zurück. Etwa zur Mitte des Jahrzehnts stoppte jedoch die Ausdehnung der mit Rotwein bestockten Flächen. Seither sind die Anteile von weißen und roten Rebsorgen mit knapp 70 bzw. gut 30 Prozent nahezu unverändert.

Im Zehn-Jahres-Vergleich wurden Flächen fast aller roten Rebsorten ausgeweitet, am stärksten die des Dornfelder. Er wuchs 2011 auf 7.365 Hektar, das waren 2.288 Hektar mehr als vor zehn Jahren. Die Spätburgunderfläche wurde um 953 auf 4.003 Hektar ausgedehnt. Nahezu vervierfacht hat sich die Fläche, auf der die Rebsorte Regent angebaut wird. Sie stieg von 408 auf 1.561 Hektar. Deutlich an Bedeutung verlor dagegen Portugieser. Sein Anbauareal schrumpfte um 1.007 auf 3.646 Hektar.

Deutliche Flächenreduzierungen von jeweils mehr als 1.000 Hektar waren zwischen 2001 und 2011 für fünf weiße Rebsorten zu verzeichnen. Die Rebfläche des Müller-Thurgau schrumpfte um 3.223 auf 8.339 Hektar (minus 28 Prozent). Die für den Anbau von Kerner genutzte Fläche reduzierte sich um fast die Hälfte auf 2.637 Hektar. Auch Scheurebe, Silvaner und Bacchus wachsen auf deutlich kleineren Flächen als noch vor zehn Jahren. Demgegenüber wurden die Anbauflächen von Riesling, Ruländer und Weißburgunder um jeweils mehr als 1.000 Hektar ausgedehnt. Riesling baute damit seine Spitzenposition weiter aus. Im Jahr 2011 waren mit Riesling-Reben 16.297 Hektar und damit ein Viertel der gesamten Anbaufläche bestockt.

Landau vor Neustadt und Worms

Auf Gemeindeebene verfügte Landau in der Pfalz mit 2.053 Hektar über die größte bestockte Rebfläche. Landau ist damit zugleich die größte Weinbaugemeinde Deutschlands, vor Neustadt an der Weinstraße (2.019 Hektar). Mit deutlichem Abstand folgt die Stadt Worms (1.538 Hektar) auf Rang drei.

Die Angaben basieren auf einer sekundärstatistischen Auswertung der EU-Weinbaukartei, die von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz geführt wird. Der Rebsortenspiegel beinhaltet eine Aufstellung der angepflanzten Rebsorten einer Region, z. B. eines Bundeslandes. Hierbei wird die Rebfläche der einzelnen Sorten im Allgemeinen in Hektar (1 Hektar = 10.000 m²) angegeben.

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Umwelt)

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