Energiekosten: Risiko für Wirtschaft

Energie- und Rohstoffpreise: Prüfstein für rheinland-pfälzische Unternehmen

Umfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz

Koblenz, 22.02.12 Der Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise bereitet rheinland-pfälzischen Unternehmen größtes Kopfzerbrechen: Für 59 Prozent stellt ein möglicher weiterer Preisanstieg das bedeutendste Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten dar. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, an der sich knapp 1.000 Unternehmen beteiligten. Bei den Industrieunternehmen liegt die Betroffenheit erwartungsgemäß noch höher: 73 Prozent der produzierenden Betriebe befürchten durch die steigenden Preise erhebliche Nachteile für die eigene Geschäftsentwicklung.

Der Anstieg der betrieblichen Energie- und Rohstoffkosten zwingt die Unternehmen zu Gegenmaßnahmen. 67 Prozent von ihnen planen in den kommenden zwölf Monaten auf die gestiegenen Preise zu reagieren, unter anderem durch Überwälzungen der Mehrkosten auf die Kunden, Einsparmaßnahmen und Investitionen in effizientere Technologien.

In Deutschland sind in den letzten Jahren insbesondere die Strompreise stark gestiegen. Die staatlichen Steuern und Abgaben treiben die betrieblichen Stromkosten inzwischen in standortgefährdende Höhen, warnen die Industrie- und Handelskammern (IHKs). Der Staatsanteil am Strompreis liege inzwischen bei über 45 Prozent und werde wohl weiter steigen. Diese Preissprünge schlagen auch auf die betrieblichen Energiekosten durch.

Bei 22 Prozent der produzierenden Betriebe und Dienstleister übersteigen die Energiekosten inzwischen die zehnprozentige Schwelle der Gesamtkosten, mahnen die IHKs. Zu diesen energieintensiven Firmengruppen gehören unter anderem Hersteller von Chemikalien, Papier, Metall oder Zement im Industrie- oder das Verkehrsgewerbe im Dienstleistungsbereich. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil noch bei 19 Prozent im produzierenden Gewerbe beziehungsweise bei 21 Prozent bei den Dienstleistern. Besonders signifikant fällt der Anstieg jedoch bei den Handelsunternehmen aus. Hier hat sich der Anteil energieintensiver Firmen, Unternehmen mit Energiekosten von über zehn Prozent, in den letzten dreieinhalb Jahren fast verdoppelt: Von zwölf Prozent im Jahr 2008 stieg deren Anteil auf heute 20 Prozent.

Im Gegensatz zum produzierenden Gewerbe dürfen Händler die preisdämpfenden Ausnahmetatbestände der Stromsteuer sowie der KWK- und EEG-Umlage nicht ausschöpfen. Die steigenden Steuern und Abgaben im Strombereich schlagen so direkt auf die Betriebsergebnisse der Handelsunternehmen durch. Die Politik muss dringend den preistreibenden Staatsanteil im Energiebereich auf den Prüfstand stellen, fordern die IHKs, und dessen Preisanteil stabilisieren.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.