Unis bauen Forschung weiter aus

Forschung / Hochschulen:

Ahnen: Land stärkt universitäre Forschung mit weiteren 36 Millionen Euro

Mainz, 06.03.12 „Die Hochschulen stehen vor großen Herausforderungen. Wer hier für Studierende wie für Nachwuchs- und Spitzenforscherinnen und –forscher attraktiv sein und erfolgreich Fördermittel einwerben will – kurz: wer sich im Wettbewerb der besten Hochschulen behaupten will, hat nur dann die Nase vorn, wenn er seine Stärken klar herausstellt und weiter ausbaut. Mit der Forschungsinitiative ist genau dies den Universitäten gelungen. Sie hat sich als Förderinstrument bewährt und ich freue mich sehr, dass wir sie in den Jahren 2012 und 2013 gemeinsam fortsetzen werden.“ Das unterstrich Wissenschaftsministerin Doris Ahnen anlässlich der Unterzeichnung neuer Zielvereinbarungen mit den Präsidenten der Universitäten Kaiserslautern, Koblenz-Landau, Mainz und Trier heute in Mainz.

Den Zielvereinbarungen liegen universitäre Entwicklungs- und Forschungskonzepte zu Grunde. Sie legen Maßnahmen, Meilensteine und Ziele fest, mit denen die Hochschulen in den nächsten Jahren ihr Profil in wegweisenden Forschungsfeldern ausbauen möchten. „Mit dem Ziel, exzellente Forschungsbereiche weiter voranzutreiben und neuen Spitzenbereichen Entwicklungschancen zu bieten, hat das Land den Hochschulen zwischen 2008 und 2011 zusätzlich zur Grundfinanzierung rund 64 Millionen Euro zur Verfügung gestellt“, so die Ministerin. Bis Ende 2013 kämen noch einmal rund 36 Millionen Euro hinzu. Durch das Sondervermögen „Wissenschaft schafft Zukunft“, dessen Verlängerung bis 2016 beschlossen wurde, stehe die Forschungsinitiative auf einer sicheren Basis. Hinzu kämen Mittel des Europäischen Fonds für strukturelle Entwicklung (EFRE) in Höhe von vier Millionen Euro, die getrennt zu beantragen seien.

2007 haben die Hochschulen damit begonnen, im Rahmen einer Gesamtstrategie ein individuelles Forschungsprofil zu umreißen und spezifische Entwicklungsmaßnahmen zu definieren. Aufbauend auf dieser autonom von jeder Universität entwickelten Gesamtstrategie fördert jede Hochschule in der ersten Stufe die Arbeitsgruppen, deren Forschungsziele dem fachlichen Universitätsprofil in besonderer Weise entsprechen. Das Wissenschaftsministerium fördert in der zweiten Stufe die Forschungsschwerpunkte, die über ein besonderes fachliches und strukturelles Entwicklungspotential verfügen. In der dritten Stufe fördert das Ministerium die Forschungszentren, in denen sich herausragende, international sichtbare Arbeitsgruppen auf ein interdisziplinäres Forschungsziel konzentrieren.

„Dass das Konzept der Forschungsinitiative vollends aufgegangen ist, zeigen viele wissenschaftliche Leistungen der jüngeren Vergangenheit – nicht zuletzt im Rahmen der Exzellenzinitiative“, so Ahnen. So seien die Technische Universität Kaiserslautern mit einem Exzellenzclusterantrag und die Universität Mainz mit drei Exzellenzclusteranträgen sowie einem Fortsetzungsantrag für eine Graduiertenschule und ihrem Zukunftskonzept weiter im Wettbewerb vertreten. Einen zusätzlichen Erfolg, der belege, dass die Forschungsinitiative inzwischen Früchte trage, habe die Universität Mainz erst im Januar geliefert: Das in der Landeshauptstadt koordinierte „Cluster of Individualized Immunintervention“ (CI3) konnte sich im BMBF-Spitzencluster-Wettbewerb durchsetzen und erhält für die Erforschung maßgeschneiderter Therapien und Medizin in den nächsten fünf Jahren 40 Millionen Euro vom Bund sowie weitere 40 Millionen Euro von Wirtschaft und privaten Investoren. „Mit der Fortsetzung der Forschungsinitiative wollen wir diese Entwicklung weiter unterstützen und zugleich einen Beitrag zur Stärkung der Autonomie der Hochschulen leisten“, betonte Ahnen.

Erfolge verzeichneten auch die beiden anderen Universitäten des Landes. Keine andere Hochschule in Rheinland-Pfalz habe etwa 2010 mehr Drittmittel der europäischen Union eingeworben als die Universität Koblenz-Landau (7,1 Mio. Euro).

An der Universität Trier zeige sich der Erfolg der Forschungsinitiative etwa im Forschungs- und Arbeitsfeld der „Digital Humanities“, also dem Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften, der sich der Anwendung von computergestützten Verfahren und der systematischen Verwendung von digitalen Ressourcen widme.

„Die Forschungsinitiative hat die Bildung von vier interdisziplinären Forschungsschwerpunkten an der Universität Koblenz-Landau ermöglicht. Der Erfolg auch über die Landesgrenzen hinaus zeigt sich in der Bewilligung einer DFG-Forschergruppe und eines Graduiertenkollegs für zwei unserer Schwerpunkte. Für die rheinland-pfälzische Forschungslandschaft wünsche ich mir die Fortsetzung der Forschungsinitiative über das Jahr 2013 hinaus“, unterstrich der Präsident der Universität Koblenz-Landau, Professor Dr. Roman Heiligenthal.

Auch der Technischen Universität Kaiserslautern habe sie geholfen, „die Forschung massiv voranzubringen“, so deren Präsident, Prof. Dr. Helmut J. Schmidt. „Der Erfolg zeigt sich im bisher sehr guten Abschneiden in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, in neuen Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkollegs und Forschergruppen, und allgemein in deutlich gesteigerten Drittmitteleinnahmen. Die Forschungsinitiative ist das richtige Instrument zur Unterstützung unserer Leistungsträger in der Forschung und fördert sie in der Vernetzung und Zusammenarbeit untereinander. Wir wünschen uns sehr, dass das Land dieses erfolgreiche Förderinstrument langfristig weiterführt und uns so die Möglichkeit gibt, unser hohes Renommee in der Wissenschaft national und international weiter auszubauen. Dazu ist die heute unterzeichnete Fortsetzung bis 2013 der richtige Schritt.“

Die Universität Trier wiederum verfolge mit ihrer Beteiligung an der Forschungsinitiative primär das Ziel, „die in der ersten Förderphase aufgebauten Forschungsschwerpunkte zu nachhaltigen Säulen des zukünftigen Forschungsprofils zu machen“, so Prof. Dr. Michael Jäckel. Dazu gehörten etwa die interdisziplinäre Ausrichtung eines regional- und umweltwissenschaftlichen Forschungsverbunds, die Stressforschung sowie der Ausbau der historischen Kulturwissenschaften. Das Forschungszentrum „Europa: Strukturen langer Dauer und Gegenwartsprobleme“ bündele darüber hinaus die gewachsenen Verbünde historischer und sozialwissenschaftlicher Forschung zu Schlüsselthemen europäischer Geschichte und Gegenwart. Auch die Einrichtung eines neuen Sonderforschungsbereichs zum Thema „Resilienz: Beharrung und Innovation von der Antike bis zur Gegenwart“ werde angestrebt.

Der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch, begrüßte die Forschungsinitiative als wichtige Investition in die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Rheinland-Pfalz: „Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat im Rahmen dieses Programms ihre Profilbildung in Wissenschaft und Forschung konsequent fortgesetzt. So sind unsere Zwischenerfolge in der Exzellenzinitiative eine überzeugende Bestätigung unserer Strategie zur Positionierung der JGU als moderne Forschungsuniversität.“

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