Weniger Migranten an Gymnasien

Bildung

Kinder mit Migrationshintergrund wechseln seltener auf Gymnasien

Familiensprache hat Einfluss auf die weitere Schullaufbahn

Bad Ems, 06.03.12 Kinder mit Migrationshintergrund besuchen nach der Grundschule deutlich seltener ein Gymnasium als Kinder ohne Migrationshintergrund. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, wechselten zum Schuljahr 2011/12 insgesamt 36.595 Grundschülerinnen und Grundschüler in die fünfte Klassenstufe der weiterführenden Schulen, etwa jede bzw. jeder Zehnte hatte einen Migrationshintergrund. Lediglich 21,9 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund setzten ihre Schullaufbahn an einem Gymnasium fort. Bei den Kindern ohne Migrationshintergrund lag der Wert fast doppelt so hoch (41,1 Prozent).

Ein Migrationshintergrund wird in der Schulstatistik angenommen, wenn eine Schülerin oder ein Schüler keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, nicht in Deutschland geboren wurde oder in der Familie vorwiegend nicht Deutsch gesprochen wird. Im Bezug auf den Schulbesuch nach der Grundschule scheint sich die Familiensprache am stärksten auszuwirken. Kinder, in deren Familie vorwiegend nicht Deutsch gesprochen wird, wechselten nur selten auf ein Gymnasium (16,3 Prozent). Eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit oder ein ausländischer Geburtsort wirkte demgegenüber weniger stark auf den Gymnasialanteil (22,9 bzw. 28,4 Prozent).

Für die Gesamtheit der Schülerinnen und Schüler bleibt das Gymnasium auch im Schuljahr 2011/12 die wichtigste Schulart. Insgesamt 39,3 Prozent der Grundschulabsolventinnen und -absolventen wechselten auf diese Schulart. Ebenfalls relativ viele Kinder setzten ihre Schullaufbahn an einer Realschule plus (30,9 Prozent), an einer Integrierten Gesamtschule (16,7 Prozent) oder in der schulartunabhängigen Orientierungsstufe (8,8 Prozent) fort. Demgegenüber nahmen die zum Jahr 2013 auslaufenden Haupt- und Realschulen nur noch relativ wenige neue Kinder auf (3,7 Prozent).

Die dargestellten Werte wurden auf Basis des Schülerbestandes ermittelt, der jährlich zum Schuljahresbeginn bei den rheinland-pfälzischen Schulen erfragt wird. Hier nachgewiesen sind die aus Grundschulen zugegangenen Schülerinnen und Schüler in der fünften Klassenstufe des laufenden Schuljahres. Die Angaben zum Migrationshintergrund basieren in der Regel auf Selbstauskünften der Eltern.

Autorin: Bettina Link (Referat Bildung)

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