Kultur und Religion im Kultursommer

Kultursommer 2012

Kultur und Religion, Respekt und Toleranz

Mainz, 16.03.12 beim Kultursommer 2012 „Gott und die Welt“ Mainz, 16.03.12 Mit dem Motto des diesjährigen Kultursommers Rheinland-Pfalz wird die Frage nach dem grundsätzlichen Verhältnis von Kultur und Religion genauso angesprochen wie dies für interreligiöse und interkulturelle Themen gilt. Es geht dabei um religiöse und um religionskritische Kunst, um die Begegnung der Religionen in einer immer mehr zusammenwachsenden Welt, um Frieden, um Respekt und Toleranz. Und die Kunst insgesamt, die ja ebenso wie die Reli- gion mit Sinnfragen der Welt ringt, hat das Motto sehr engagiert aufgenommen.“ Das betonte Doris Ahnen, Kulturministerin und Vorsitzende des Kultursommer Rheinland-Pfalz e.V., die heute in Mainz einen Einblick in das Gesamtprogramm von insgesamt rund 250 Projekten gab, die vom 1. Mai bis 3. Oktober im Rahmen des 21. Kultursommers Rheinland-Pfalz stattfinden werden.

Mit der Kultursommer-Eröffnung am ersten Maiwochenende geht es los: Gast- geberin für das Kulturfest für die ganze Familie ist Frankenthal in der Pfalz – mit Engeln, Soul- und Gospelmusik, nächtlichem Open Air-Theater und vielem mehr. Wem der Weg nach Trier an diesem Wochenende lieber ist, kann dort Gustav Mahlers selten aufgeführte Sinfonie Nr. 2 c-Moll mit dem Titel „Die Auferstehung“ erleben, ein Festkonzert im Rahmen der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012.

Die „Heilig-Rock-Wallfahrt“ war auch einer der Anlässe, gerade für dieses Jahr das Motto „Gott und die Welt“ zu wählen, weitere sind das aktuelle Jahresthe- ma „Reformation und Musik“ im Rahmen der Lutherdekade (bis 2017), das 800 Jahre-Jubiläum des Klosters Marienstatt im Westerwald und die ange- kündigte Ernennung von Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin Ende 2012. Bereits länger geplant war auch die Ausstellung der GDKE zur Kunst der „Nazarener“. Neben den beiden großen christlichen Religionen waren und sind natürlich andere Glaubensgemeinschaften aufgerufen sich zu beteiligen. Die vor kurzem eingeweihten Synagogen in Mainz (2010) und Speyer (2011) als Symbole eines neuen jüdischen Selbstbewusstseins sind nur ein Anlass die „Facetten des Judentums“ zu beleuchten, u.a. mit einer Film-Retrospektive zu Claude Lanzmann und einem Konzert mit Lou Reed (zusammen mit „Summer in the City“ in Mainz).

Bekannte Namen der Theologie und Literatur und religiös geprägte Künstle- rinnen und Künstler haben sich angekündigt: Eugen Drewermann, Patrick Roth, Pater Anselm Grün, Jocelyn B. Smith und Lou Reed sind nur einige von ihnen. Joachim Gauck musste seine Lesung beim Eifel-Literatur-Festival leider absagen, dafür stellt jetzt Heiner Geißler sein neues Buch „Sapere aude. Wa- rum wir eine neue Aufklärung brauchen“ vor. Und zum Abschluss des Kultur- sommers wird Margot Käßmann zu einem Gespräch mit Kardinal Lehmann in Mainz erwartet.

Es sind viele spannende Projekte und Kooperationen für den fünfmonatigen Kultursommer 2012 entstanden: Da sind das erste rheinland-pfälzische Blech- bläser-Festival „Luther in Brass“ in Worms und das KonzertTheater für Kinder und Erwachsene „Euer Diener Johann Sebastian Bach“ des Kinder- und Ju- gendtheaters und der Dommusik in Speyer, die beide in das Programm der bundesweiten Lutherdekade aufgenommen wurden. Das weltbekannte Hilli- ard-Ensemble singt in der Abtei Marienstatt, die auch in der die Ausstellung „ANDERS! Kloster.“ einen ungewöhnlichen Blick auf das Leben abseits der modernen Welt wirft. Die TUFA in Trier begleitet die Heilig-Rock-Wallfahrt durchaus religionskritisch mit einer Ausstellung und Rahmenprogramm unter dem Titel „Reliquie – Fetisch in Kirche, Kunst & Konsum“. Und entlang der Lahn hat „Gegen den Strom“ beispielsweise Martin Walser, Moritz Stoepel und den Limburger Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst zu Gast. Die „Nacht der Religionen“ wird mit Musica Sacra International in Neuwied gefeiert und beim Hildegard-Herbst ist „Gesundheitspapst“ Prof. Dietrich Grönemeyer am Todestag der Heiligen zu erleben. Alle drei monotheistischen Religionen ste- hen beim 19. Kultursommer Germersheim im Fokus und zur Begegnung von Kunst und Kirche laden zwölf Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche der Pfalz bei „… damit, wer hinein geht, das Licht sehe“. Das Chawwerusch Theater hat sich mit „Nicht der wahre Jakob“ des Pilgerthemas angenommen und für die Konzertreihe „Via Mediæval“ mit Musik des Mittelalters werden Konzert- programme speziell zum Motto „Gott und die Welt“ entwickelt. Am Ende des Kultursommers erklingen die Orgelzyklen von Petr Eben in Trier und die KathedralKlänge kehren mit Edward Elgars großem Oratorium „The Kingdom“ in die Dome von Speyer und Trier zurück. Illustriert mit Fotos sakraler Orte in Rheinland-Pfalz präsentiert eine jetzt erschienene Broschüre ausgewählte Projekte zum Motto „Gott und die Welt“. Das komplette Kultursommer-Programm gibt es im Internet unter www.kultursommer.de

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