Welterbegerechte Mittelrheinpavillons

Architekturwettbewerb „Mittelrheinpavillon“ im Welterbe Oberes Mittelrheintal – Ergebnisse liegen vor

Koblenz, 17.03.12 Zurückhaltend und dennoch mit eigenem Charakter – so wird das Welterbe-Pavillon aussehen, das in Kürze als Vorbild für alle Kioske, Verkaufsbuden und -schalter im Mittelrheintal errichtet wird. Zunächst an drei Standorten links und rechts des Rheins.

In der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) in Koblenz wurde Freitag der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbes durch den SGD Präsidenten Uwe Hüser gemeinsam mit dem für die „Initiative Baukultur“ zuständigen Vizepräsidenten David Langner und dem Vorsitzenden des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal, Landrat Günter Kern vorgestellt.

Die Jury aus zehn Fachleuten verschiedenster Disziplinen wählten aus den sieben Entwürfen das Konzept des Architekturbüros Stein + Hemmes + Wirtz für ein künftiges „Mittelrhein-pavillon“ aus. Nach ihrer Auffassung sei es das überzeugendste Beispiel für die „Einfügung in den Kultur- und Landschaftsraum Welterbe“.

Das Konzept des aus Kasel (bei Trier) stammenden Architekturbüros zeigt, dass sich auch Zweckbauten wie Kioske und Verkaufsschalter behutsam in den Kultur- und Landschaftsraum Welterbe einfügen können. „Der zurückhaltende Entwurf trägt dem Rechnung und besitzt dennoch einen ganz eigenen Charakter“, so das Urteil der Jury unter Leitung von Professor Markus Neppl aus Darmstadt. „Dass das Pavillonkonzept auch über das Alleinstellungsmerkmal „Wel terbepavillon“ verfügt, hat mich in besonderem Maße überzeugt“, ergänzte SGD Präsident Uwe Hüser. Er selbst sieht allein schon in der Durchführung des Wettbewerbsverfahrens einen weiteren Baustein für die baukulturelle Weiterentwicklung des Welterbetals und dankte auch dem Koblenzer Architekt Professor Guido Jax, der gemeinsam mit der „Initiative Baukultur für das Welterbe“ das Projekt betreut hat.

Ähnlich sieht es Gerold Reker, Präsident der Architektenkammer des Landes Rheinland-Pfalz, der es sehr begrüßte, dass man zur Konzeptentwicklung einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben habe. Vizepräsident Langner bedankte sich bei der Preisverleihung bei den Architekten, dass sie sich des Themas Baukultur und Welterbe angenommen haben: „Wichtig war außerdem, dass die Region über den Zweckverband in die Entscheidung eng eingebunden war, denn nur so findet ein solcher Wettbewerb die notwendige Akzeptanz.“

Ein weiterer Preisträger des Verfahrens ist das Architekturbüro Schilling aus Köln. Das Büro Kontext Architektur aus Frankfurt erhielt eine Anerkennung. Der Wettbewerb, der als Einladungswettbewerb ausgeschrieben wurde, ist mit einer Preisgeldsumme von 6.000,- € dotiert.

Die künftigen Nutzer der Pavillons werden nun in die weiteren Planungsschritte eingebunden. Anna Heller, die für ihren Biergarten in St. Goar einen Verkaufsstand benötigt , Michael Fritzdorf aus Osterspai, der seinen Kiosk modernen Nutzungserfordernissen anpassen möchte, und die Bingen-Rüdesheimer-Schifffahrtsgesellschaft, für die ein eigenes Konzept für einen Verkaufsstand entwickelt wurde. Sie alle werden das Wettbewerbsergebnis umsetzen.

Der Auslober des Wettbewerbs, der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal, will viele weitere Kioskbetreiber im Welterbe für diese Konzepte gewinnen. „Wir hoffen, dass diese Beispiele Schule machen. Die vielen Kleinnutzungen, die sich mitunter in exponierten Lagen im Welterbe entlang des Rheinufers befinden, verfügen oft nicht über die Gestaltqualität, die man sich für diese Standorte wünscht“ so der Vorsteher des Zweckverbandes, Landrat Günther Kern. „Wir gehen aber davon aus, dass die gebauten Beispiele überzeugen und motivieren können.“

Alle Wettbewerbsbeiträge sind bis zum 30. März in der SGD Nord, Stresemannstraße 3-5 in Koblenz, während der allgemeinen Öffnungszeiten zu sehen. weitere Infos: www.sgdnord.rlp.de

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