Grundwasserschonende Düngung

Weltwassertag 2012

Höfken intensiviert Zusammenarbeit von Wasserschutz und Landwirtschaft

Mainz, 19.03.12. „Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und zugleich eine bedeutende Grundlage für die Erzeugung von Lebensmitteln in Rheinland-Pfalz“, stellte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken anlässlich des Weltwassertags am 22. März fest, der in diesem Jahr unter dem Motto „Wasser und Nahrungssicherheit“ steht. Passend dazu hat Höfken heute in Mainz das Landesprojekt „Leitbetriebe Wasserwirtschaft“ vorgestellt. „An diesem Programm nehmen 20 landwirtschaftliche Betriebe teil, um gewässerschonende Produktionsweisen weiter zu entwickeln und langfristig zu etablieren“, sagte Höfken. Dies sei die Basis für eine erweiterte Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft.

Vor dem Hintergrund des am Samstag zu Ende gegangenen Weltwasserforums in Marseille wies die Ministerin auf die alarmierenden Zusammenhänge beim globalen Trinkwasserverbrauch hin: „Weltweit braucht die Landwirtschaft bereits 70 Prozent der Wasserressourcen. Indem wir Lebensmittel importieren, konsumieren wir das Wasser anderer Kontinente.“ In die Produktion eines Kilos Reis fließe beispielsweise 1400 Liter Wasser, für ein Kilo Rindfleisch würden 13.400 Liter Wasser verbraucht. Höfken warb für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser und sprach sich in diesem Zusammenhang gegen Privatisierungstendenzen bei der Wasserversorgung aus.

In Rheinland-Pfalz stammt Trinkwasser zu etwa 95 Prozent aus dem Grundwasser. Die Ministerin betonte, dass im Gegensatz zum weltweit zunehmenden Wassermangel in Rheinland-Pfalz Trinkwasser ausreichend und in guter Qualität vorhanden sei – gleichwohl bestehe Handlungsbedarf: Etwa ein Drittel des Grundwasservorkommens im Land ist durch Nitrat aus der Landwirtschaft belastet. Höfken: „Unser Ziel ist es, bis 2015 flächendeckend einen guten chemischen Zustand des Grundwassers zu erreichen, dies ist die Vorgabe der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Ein Weg dorthin führt über die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft beim Wasserschutz, die wir intensivieren werden.“ Auch das Aufkommen aus dem Wassercent werde dazu genutzt, eine gewässerschonende Landwirtschaft zu unterstützen.

Die Pilotphase des Landesprojekts „Leitbetriebe Wasserwirtschaft“ starteten das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück und das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht bereits 2009. In den vergangenen zwei Jahren haben die 20 teilnehmenden Leitbetriebe unter anderem getestet, wie sich verschiedene Düngungsmethoden beim Anbau von Mais, Weizen, Raps oder Kartoffeln auswirken.

„Mit diesen Versuchen loten wir aus, welche Maßnahmen die Leitbetriebe freiwillig und dauerhaft aufnehmen würden, um den Nährstoffeintrag ins Grundwasser zu reduzieren“, erklärte Ministerin Höfken. Bisher habe sich zum Beispiel gezeigt, dass ein Viertel der Betriebe bei reduziertem Stickstoffeinsatz den gleichen Ertrag erwirtschaften konnte. Die anderen Betriebe testen zur Reduzierung des Stickstoffeintrags den Zwischenfruchtanbau und unterschiedliche Verfahren bei der Düngung oder der Bodenbearbeitung.

Höfken betonte, dass man mit den teilnehmenden Betriebsleitern wichtige Multiplikatoren gefunden habe. Dies bestätigten bei der Pressekonferenz in Mainz drei teilnehmende Landwirte:

Klaus Hege aus Kapellen-Drusweiler/ Pfalz: „Wir alle sind verpflichtet, mit der uns anvertrauten Natur verantwortungsvoll umzugehen. Durch die Teilnahme an dem Projekt hat sich für mich in den letzten beiden Jahren gezeigt, dass eine Düngung, die sich am Ertrag und den damit entzogenen Nährstoffen aus dem Boden orientiert, optimal ist.“

Rudolf Schneichel aus Kruft/ Landkreis Mayen-Koblenz: „Fast die Hälfte der Fläche unseres Ackerbaubetriebs liegt im Wasserschutzgebiet. Durch den ständigen Dialog mit der Beratung des DLR und der Wasserwirtschaft ist das gegenseitige Verständnis von Landwirtschaft und Wasserwirtschaft mit der Zeit gewachsen.“

Mathias Genn aus Wehr/ Landkreis Ahrweiler: „Die durch die Mitarbeit in dem Projekt gewonnen Kenntnisse helfen uns auch im Gespräch mit Berufskollegen, um für eine angepasste Düngung zu werben.“

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