Equal Pay Day

Lohngerechtigkeit für Frauen und Männer

Mainz, 22.03.12 Zum Equal Pay Day 2012 erklärt die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Dr. Agnes Allroggen-Bedel:

„Es ist mal wieder so weit: am 23. März 2012 haben die Frauen in Deutschland aufgeholt! Bis dahin mussten sie ’nacharbeiten‘, um den Vorjahresverdienst ihrer männlichen Kollegen zu erreichen.

Noch immer beträgt die Differenz zwischen den Einkommen von Männern und Frauen in Deutschland ca. 23 %, im europäischen Durchschnitt sind es 16 %. Auf europäischer Ebene fand der „Equal Pay Day“, der „Tag der Entgeltgleichheit“, schon am 5. März 2012 statt, in Deutschland dauert es 18 Tage länger, bis die Frauen die Differenz rein statistisch ausgeglichen haben.

In einem so reichen und entwickelten Land wie Deutschland ist dies ein Skandal. Natürlich können Rollenmodelle und gesellschaftliches Bewusstsein nur allmählich verändert werden, aber es gibt genügend konkrete Maßnahmen, um die Situation rasch zu verbessern. Kampf gegen Lohndumping, ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn, ein Gesetz zur Umsetzung der Entgeltgleichheit, die Umwandlung von Minijobs in reguläre Teilzeitarbeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die bessere Anerkennung frauentypischer Berufe: dies alles ist realisierbar und müsste rasch angegangen werden. Denn aus der Entgeltgleichheit von 23 % entsteht eine „Rentenlücke“ von 59 %, aus dem „pay-gap“ wird der „pension-gap“. Damit ist Altersarmut vorprogrammiert. Das ist nicht nur menschlich unvertretbar, es ist auch eine ökonomische, soziale und gesellschaftliche Hypothek, die kaum zu bewältigen ist. Wir sind auch der nächsten Generation gegenüber verpflichtet, diese Entwicklung zu stoppen.“

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