Lohnunterschied im Land

Gender Pay Gap 2011: Frauen verdienten 22 Prozent weniger als Männer

Bad Ems, 22.03.12 Der Gender Pay Gap, d. h., der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern, lag im Jahr 2011 in Rheinland-Pfalz bei 22 Prozent. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems anlässlich des Equal Pay Day am 23. März mitteilt, erzielten Männer einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 20,16 Euro, Frauen dagegen nur von 15,77 Euro. Der Equal Pay Day markiert den Tag des Jahres, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um das gleiche durchschnittliche Vorjahresgehalt zu erzielen wie Männer.

Mit einem Gender Pay Gap von 22 Prozent liegt Rheinland-Pfalz nur geringfügig unter dem Bundesdurchschnitt von 23 Prozent. Im Vergleich der alten Bundesländer hat Rheinland-Pfalz den drittniedrigsten Wert. Geringere geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede weisen in den westdeutschen Ländern nur Hamburg mit 18 Prozent sowie Schleswig-Holstein mit 17 Prozent auf. Deutlich geringer ist der Gender Pay Gap in den neuen Bundesländern, wobei die niedrigsten Werte mit jeweils 3 Prozent in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen sind.

Im Zeitverlauf erweist sich der Gender Pay Gap als stabil, da die ursächlichen Faktoren nur langsamen Veränderungsprozessen unterliegen. So bewegte sich der Wert zwischen 2006 und 2011 auf relativ konstantem Niveau. Für den Verdienstabstand spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So unterscheiden sich Männer und Frauen zum Beispiel in der Wahl ihrer Berufe, Branchen und in der Erwerbsbiographie. Frauen sind darüber hinaus nach wie vor häufiger als Teilzeitkraft oder geringfügig beschäftigt.

Der Gender Pay Gap ist ein Strukturindikator der amtlichen Statistik, der den Unterschied der Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern misst. Datenquelle ist die Verdienststrukturerhebung 2006. Für das Jahr 2011 wurde die Gender Pay Gap mit den Veränderungraten der Vierteljährlichen Verdiensterhebung fortgeschätzt.

Im Rahmen der Verdienststrukturerhebung 2006 wurden in Rheinland-Pfalz mehr als 1.800 Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich mit jeweils mindestens zehn Beschäftigten befragt. Im Rahmen der vierteljährlichen Verdiensterhebung werden in Rheinland-Pfalz gut 2.300 Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich zu Verdiensten und Arbeitszeiten der vollzeit- und teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befragt. Autorin: Merle Hattenhauer (Referat Mikrozensus, Verdienste, Preise, Haushaltserhebungen)

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