Migranten als Zeitzeugen

Jahrhundertbus tourt zum Thema „Migration“ durch das Rhein-Main-Gebiet

Bildungsministerin Doris Ahnen eröffnet die Tour am 16. April in Mainz

Mainz, 10.04.12 Das Zeitzeugenprojekt „Gedächtnis der Nation“ ist wieder unterwegs. Vom 16. April bis zum 25. Mai 2012 tourt der Jahrhundertbus quer durch das Rhein-Main-Gebiet. Unser mobiles Aufnahmestudio macht Station in Mainz, Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Darmstadt sowie einen Abstecher nach Gießen. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen wird die Tour am Montag, dem 16. April 2012, um 11 Uhr in Mainz (Ludwigstraße/Nähe Deutsche Bank) als Kooperationspartnerin des Projekts und Zeitzeugin eröffnen, begleitet vom Vorsitzenden des Vereins, Prof. Guido Knopp.

Das Projekt „Gedächtnis der Nation“ ist für das rheinland-pfälzische Bildungsministerium die konsequente Fortsetzung der eigenen Zeitzeugenarbeit in Schulen. Mit insgesamt 10.000 Euro unterstützt es daher die Erstellung von Begleitmaterialien zu dem Projekt für die Schulen durch den Verband der Geschichtslehrer. Als erstes Bundesland hat Rheinland-Pfalz vor fünf Jahren eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die Zeitzeugen in die Schulen vermittelt und die Schulen bei deren Einsatz unterstützt.

Die diesjährige Interviewreise steht unter dem Motto „Leben in der neuen Heimat“ und widmet sich der Geschichte der Migration in Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben in Deutschland fast 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Doch obwohl sie fast ein Fünftel der Bevölkerung darstellen, ist nur wenig über ihre Lebenswege bekannt. Meist wird über sie gesprochen, selten kommen sie selbst zu Wort. In unseren Zeitzeugengesprächen können sie selbst über ihre Migrationsgeschichte berichten. Ehemalige Vertragsarbeiter aus der DDR und frühere Gastarbeiter aus der Bundesrepublik haben bereits auf unserer letzten Tour spannende, bewegende, aber auch traurige Geschichten erzählt. Dieser Fundus an Erinnerungen soll nun um neue Perspektiven erweitert werden.

Denn: Migration in Deutschland hat viele Gesichter. Das Schicksal der politischen Flüchtlinge aus dem Kosovo spiegelt sich darin ebenso wider wie die Ankunft der italienischen Gastarbeiter vor mehr als 50 Jahren. Ihre unmittelbaren Erinnerungen vermitteln, wie es sich anfühlt, in einem fremden Land empfangen und heimisch zu werden. Sie zeigen aber auch, wie man mit Anfeindungen umgeht und wie Vorurteile und Stereotype überwunden werden können. Diesen Aspekten wollen wir uns widmen und einen Beitrag zum Verständnis und zur Integration leisten. Auf unserem Zeitzeugenportal www.gedaechtnis-der-nation.de werden diese Geschichten gesammelt, gezeigt und für nachfolgende Generationen dauerhaft gesichert.

TOURDATEN

Mainz: 16.-20. April 2012 / Frankfurt: 23.-27. April 2012 / Offenbach: 02.-05. Mai 2012

Wiesbaden: 07.-11. Mai 2012 / Darmstadt: 14.-18. Mai 2012 / Gießen: 21.-25. Mai 2012

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