Wein und EU-Agrarreform

Grüne Woche Rheinland-Pfalz

Ministerin Höfken diskutiert in Neustadt über Weinbau nach 2013

Neustadt, 17.04.12. Die Perspektiven im rheinland-pfälzischen Weinbau nach der EU-Agrarreform 2013 diskutierte Weinbau-Ministerin Ulrike Höfken gestern mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Politik, Verbänden und Weinwirtschaft sowie mit Weinbau-Studierenden in Neustadt. „Der Weinbau, insbesondere in den typischen Steillagen, prägt unsere Landschaft in Rheinland-Pfalz. So trägt die Weinwirtschaft insbesondere in Kombination mit dem Tourismus enorm zur Wertschöpfung bei; die Menschen sind eng mit dem Weinbau verbunden“, stellte Höfken fest. „Für den Erhalt unserer traditionellen Weinanbaugebiete brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen durch die EU. Dazu gehört es auch, Anbau- und Pflanzrechte weiterhin zu regeln“, forderte Höfken auf der Tagung im Rahmen der Grünen Woche Rheinland-Pfalz.

Ministerin Höfken erläuterte, dass die EU ab 2016 die Regelung auslaufen lasse, nach der nur Winzer mit Pflanzrechten Wein anbauen dürfen. „Mit der Freigabe des Anbaus wird ein anerkanntes System der Qualitätssicherung im Weinbau aufgebrochen“, so die Ministerin. Ein Überangebot und ein damit verbundener Preisdruck nach unten seien zu befürchten. Um den Weinbau in den guten Weinregionen und die Qualität des rheinland-pfälzischen Weins zu sichern, müsse der Anbaustopp für Reben erhalten bleiben. Die Landesregierung erstelle zurzeit eine Studie, um die Auswirkungen der Liberalisierung auf den rheinland-pfälzischen Weinsektor genauer zu prüfen. Bei der anstehenden Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) bestehe in den kommenden Monaten noch die Chance, die Vorschläge der EU entsprechend zu ergänzen. Dazu sei auch die Unterstützung durch die Verbände notwendig, richtete sich die Ministerin an die Teilnehmenden.

Diskutiert wurden auch weitere wichtige Aspekte der EU-Agrarreform. Ministerin Höfken wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mit der europäischen Weinmarktreform 2008 die seit 50 Jahren bestehende Weinmarktordnung aufgegeben wurde und der Weinsektor jetzt Bestandteil der gemeinsamen Marktorganisation in Europa sei. Sie fordere eine eigenständige Weinbaupolitik, die nicht der allgemeinen Landwirtschaftspolitik untergeordnet sei. Ein besonderes Anliegen der Landesregierung sei es zudem, geeignete Förderinstrumente für den Steillagenweinbau zu schaffen, erklärte die Ministerin. Nur so könnten die wertvollen Kulturlandschaften an Mosel, Rhein, Ahr und Nahe erhalten werden. Höfken forderte weiterhin, neben dem Handel mit Nicht-EU-Ländern auch den regionalen Absatz auf dem Binnenmarkt zu fördern. Zu begrüßen sei, dass die Kommission die Stützungsprogramme für den Weinbau – etwa zur Umstrukturierung der Weinberge oder zu Investitionen in die Weinbereitung – fortführen möchte.

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