Politik braucht Wissenschaft

Deutscher Akademietag in Mainz

Beck: Politik braucht die Unterstützung der Wissenschaft

Mainz, 21.04.12 „Politik braucht Unterstützung von Fachleuten, die ihr Wissen zur Verfügung stellen, auf dessen Grundlage zukunftsweisende gesamtgesellschaftliche Entscheidungen getroffen werden können“, sagte Ministerpräsident Kurt Beck am Freitag beim Akademietag der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) im Kurfürstlichen Schloss in Mainz.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der nationalen Akademie diskutierten in der Landeshauptstadt über die Perspektiven eines nachhaltigen Umganges mit Ressourcen als Baustein der Energiewende. Mit dem Akademietag in Mainz unterstreicht acatech die Bedeutung der Länder und insbesondere von Rheinland-Pfalz für die Technikwissenschaften. Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften ist die einzige sowohl von Bund und allen Ländern geförderte Wissenschaftsakademie.

Ministerpräsident Beck hielt in einer Keynote zur Tagung ein deutliches Plädoyer für die wissenschaftliche Beratung der Politik. Den politisch Verantwortlichen werde ein ständiges Balancieren zwischen Sicherheit und Wagnis, Stillstand und Fortschritt abverlangt. Beck: „Politik kann all dies nicht allein meistern, wenn sie den berechtigten Ansprüchen, denen sie ausgesetzt ist, genügen will. Politikerinnen und Politiker sind deshalb auf externe Berater angewiesen.“ Externe Berater fänden sich unter anderem in den Akademien, die ihren Auftrag nicht nur in der reinen Forschungsarbeit, sondern auch in der Gesellschaftsberatung sehen. „Der wohl größte Trumpf der Akademien ist dabei ihre interdisziplinäre Kompetenz“, betonte der Ministerpräsident.

Kurt Beck sagte, für die Politik sei es unerlässlich, dass sie über neue wissenschaftliche Erkenntnisse unvoreingenommen und sachlich informiert werde und auf dieser Basis ihre Schlussfolgerungen treffen könne. „Ziel muss immer sein, die Gesellschaft bestmöglich voranzubringen und das Wohl der Bürger zu garantieren.“

Zwischen Politik und Akademien machte der Ministerpräsident eine „dreifache win/win-Situation“ aus. Die Politik gewinne, weil sie auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse von unabhängigen Institutionen mit hoher Kompetenz zurückgreifen könne. Die Akademien profitierten, da ihre Tätigkeit eine stärkere Öffentlichkeitswirksamkeit und mit der direkten Anwendung der Forschung in der politischen Praxis eine höhere Legitimation und dauerhafte Anerkennung erfahre. Beck: „Und schließlich gewinnt die Gesellschaft, weil so wirklich fundierte, zukunftsweisende Entscheidungen getroffen werden können.“

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