Einkaufsquartier statt Shopping Mall

Ludwigsstraße: Stadtvorstand für Quartier und gegen Mall

Mainz, 25.04.12 Die Altstadt-SPD begrüßt die baulichen und verkehrlichen Leitlinien zur Ludwigsstraßen-Erneuerung, die der Stadtvorstand gestern verabschiedet hat. “Die Dezernentinnen Grosse und Eder unterstreichen damit, dass sie den Bürgerwillen konsequent umsetzen werden. Das klare Bekenntnis für ein offenes und kleinteiliges Einkaufsquartier und gegen das Auslaufmodell ‘Shopping Mall’ ist nicht nur ein großer Erfolg für den Einzelhandel und die Architektur, sondern auch für die politische Kultur in Mainz.” freut sich Andreas Behringer, Vorsitzender der Altstadt-SPD. Einige sprachliche Präzisierungen seien noch wünschenswert, entscheidend sei jedoch: “Jetzt herrscht Klarheit, wohin der Stadtvorstand will. Darauf können sich alle Beteiligten, auch ECE, einstellen.”

Scharf kritisiert die Altstadt-SPD jedoch den wirtschaftlichen Teil der Leitlinien. “Das Wirtschaftsdezernat liefert mehr Lückentext als Leitlinie. Hat Herr Sitte bei den Ludwigsstraßenforen nicht hingehört? Oder sind ihm die Forderungen des Immobilienspekulanten ECE wichtiger als die der Mainzerinnen und Mainzer?” fragen sich die Genossinnen und Genossen. Bei der Verkaufsfläche seien die Ratschläge und Appelle der maßgeblichen Fachverbände, Initiativen und Parteien völlig ignoriert worden: “Mehr als das Dreifache der Römerpassage zu fordern, mag ECE gefallen, ist aber für Mainz überdimensioniert und schafft ein neues Ungleichgewicht.”

Damit ECE nicht – wie in vielen anderen Städten – zum Platzhirsch mutiere, seien klare Leitlinien gefragt, die fairen Wettbewerb ermöglichen: Wie wird garantiert, dass das bestehende Angebot tatsächlich erweitert und nicht nur kopiert wird? Wie sollen Standortverlagerungen vermieden werden? Wie werden Mieter vor den ECE- Knebelverträgen bewahrt? Wie schützen wir den Mainzer Einzelhandel vor einer Billiglohn- Konkurrenz? Wie sorgen wir dafür, dass wenigstens ein Teil der Bauinvestitionen durch Unternehmen der Region getätigt werden? – “Herr Sitte muss nachsitzen und all diese Fragen in seinem Teil der Leitlinien beantworten. Das ist seine ureigenste Aufgabe als Wirtschaftsdezernent.” so das Fazit von Andreas Behringer.

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