Tschernobyl Jahrestag

Tschernobyl – Mahnung und Auftrag

Mainz, 25.04.12 Anlässlich des 26. Jahrestags der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl am morgigen 26. April erklärt Stephanie Nabinger, Atompolitische Sprecherin, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Rheinland-Pfalz:

„Der GAU in Tschernobyl war eine schreckliche Zäsur. Die schlimmsten Befürchtungen vieler kritischer Wissenschaftler und einer breiten Anti-Atom-Bewegung wurden am Ende noch übertroffen. Ganze Landstriche in Weißrussland, Russland und der Ukraine wurden verseucht und unbewohnbar – auch wurden weite Teile Europas radioaktiv belastet. Die Zahl der Opfer lässt sich nur schwer schätzen: Greenpeace geht von 93.000 Todesopfern aus, die Internationalen Ärzte gegen den Atomtod schätzen 50.000 bis 100.000 Tote allein unter den Aufräumarbeitern, den sogenannten Liquidatoren von Tschernobyl. Die Zahl der Kranken und durch die Strahlung belasteten Menschen liegt aber um ein Vielfaches höher.

Die wichtigste Lehre aus Tschernobyl und den fürchterlichen Ereignisse in Fukushima im letzten Jahr ist: Kein Atomkraftwerk weltweit ist sicher vor dem Risiko der Kernschmelze. Auf GRÜNEN Antrag hat sich der rheinland-pfälzische Landtag einstimmig für eine Stilllegung des an der Grenze gelegenen Pannenreaktors Cattenom ausgesprochen. Notwendig ist es zudem, die Forderung der EU-Mitgliedsstaaten Großbritannien, Frankreich, Polen und Tschechien zurückzuweisen, auf europäischer Ebene die Atomkraft den Erneuerbaren Energien gleichzustellen und damit weitere Subventionen für die Atomenergie zu ermöglichen. Mit Blick auf die Reaktorkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima ist es mehr als absurd, Milliardensubventionen für die Risikotechnologie Atomkraft zu fordern.

Mit dem Bau neuer Atomkraftwerke verfolgen diese vier Länder keine zukunftsorientierte Energiepolitik.

Mit dem parteiübergreifend verabschiedeten Konsens zum Atomausstieg hat Deutschland international eine viel beachtete Vorreiterfunktion für den Aufbau einer sicheren, klima- und umweltverträglichen sowie bezahlbaren Energieversorgung ohne Atomkraft eingenommen. Wenn die Bundesregierung dies ernst nimmt, muss sie die drohenden Atomgefahren gegenüber unseren europäischen Nachbarn klar und deutlich benennen und Unterstützung beim Aufbau einer klima- und umweltverträglichen Stromversorgung auf Basis von Erneuerbaren Energien und Effizienz anbieten. Europa muss aus der Risikotechnologie Atomkraft aussteigen, um ein zweites Tschernobyl zu verhindern.“

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