Milchbauern helfen

Agrarministerkonferenz in Konstanz

Höfken fordert Bundesregierung zur Stärkung der Milchbauern auf

Mainz, 26.04.12. Bei der Agrarministerkonferenz (AMK) am Freitag in Konstanz wird Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken einen Antrag zur Stärkung der Milchbauern einbringen.

Die Ministerin wies darauf hin, dass aufgrund der aktuellen Einbrüche bei den Preisabschlüssen der rheinland-pfälzischen Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel die Erzeugerpreise wieder abzustürzen drohen: „Die Kosten der Produktion liegen auch wegen der steigenden Energie- und Düngerpreise deutlich über den Preisen, die ein Bauer für seine Milch bekommt. So können selbst die besten Betriebe nicht bestehen.“ Angesichts der in Deutschland sowie weltweit steigenden Milchproduktion und damit stark sinkender Preise forderte Höfken die Bundesregierung dringend auf, ihre Milchpolitik neu auszurichten.

Ministerin Höfken: „Notwendig ist bei der Milch wie im Weinbereich die Vermeidung von Überschüssen. Es müssen Regulierungsmöglichkeiten und Sicherheitsnetze geschaffen werden.“ Zudem sollten zur Stärkung der Milchbauern Erzeugergemeinschaften unterstützt werden. Dass Betriebe sich zusammenzuschließen, um damit eine bessere Verhandlungsposition zu erreichen und stärker an der Wertschöpfungskette Milch zu partizipieren, sei auch Ziel des zu Beginn dieses Monats in Kraft getretenen EU-Milchpakets sowie der aktuellen Vorschläge zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

„Milch ist ein wertvolles heimisches Naturprodukt und Grundlage einer gesunden Ernährung“, stellte die Ministerin fest. Die Milchwirtschaft trage zur Wertschöpfung in den ländlichen Räumen und zum Erhalt der grünlandreichen Mittelgebirgslandschaften in Rheinland-Pfalz bei. Deshalb liege es im Interesse der Gesellschaft, die Zukunft der Milchbauern und der Molkereien zu sichern. Die Anzahl der Milchviehbetriebe ist hierzulande im vergangen Jahrzehnt um rund 27 Prozent von etwa 3000 auf 2200 zurück gegangen. Dieser Trend dürfte sich voraussichtlich verschärfen, wenn wie geplant 2015 die EU-Milchmengenregelung ausläuft und keine Kompensation durch flankierende Maßnahmen erfolgt.

Zahlen und Fakten zur Milchproduktion in Rheinland-Pfalz:

  • In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit rund 2200 Milchviehbetriebe, die ca. 118.000 Milchkühe halten. Bei Einführung der EU-Milchquotenregelung 1984 gab es noch etwa 18.500 Betriebe mit mehr als 230.000 Milchkühen. Aufgrund des produktionstechnischen Fortschritts wird heute annähernd die gleiche Milchmenge wie vor 28 Jahren erzeugt.
  • Insgesamt produzieren die rheinland-pfälzischen Milchbauern über 800.000 Tonnen Milch im Jahr, die durchschnittliche Milchquote pro Betrieb liegt bei rd. 370.000 Kilogramm – bei Einführung der Milchquotenregelung lag diese Menge unter 50.000 Kilogramm.
  • Molkereien: Die rheinland-pfälzischen Milcherzeuger sind mit wenigen Ausnahmen Mitglieder der beiden heimischen Genossenschaftsmolkereien Milch-Union-Hocheifel (MUH) in Pronsfeld und Hochwald Nahrungsmittel-Werke in Thalfang. Die beiden Unternehmen sind als „Europäische Molkereien“ zu bezeichnen, denn sie verarbeiten inzwischen weit über drei Milliarden Kilo Milch aus Rheinland-Pfalz und den benachbarten EU- Mitgliedstaaten sowie Bundesländern.
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