Preisauftrieb ungebrochen

Verbraucherpreise im April um 2,3 Prozent gestiegen – Weiter hohe Energiepreise

Bad Ems, 26.04.12. Der Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz lag im April 2,3 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, stabilisiert sich der Preisauftrieb damit auf hohem Niveau. Nach 2,5 Prozent im Februar hatte die Jahresteuerungsrate im März bei 2,3 Prozent gelegen.

Im April war es erneut der überdurchschnittliche Anstieg der Energiepreise (plus 5,8 Prozent gegenüber April 2011), der maßgeblich zur Entwicklung der Inflationsrate beitrug. So wurde Haushaltsenergie insgesamt um 6,1 Prozent teurer. Insbesondere Gas (plus 9,5 Prozent) und die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (plus 10,4 Prozent) verteuerten sich deutlich. Die Preise für Heizöl stiegen um 5,7 Prozent, für Kraftstoffe um 5,6 Prozent. Die gestiegenen Kraftstoffpreise wirkten sich auch auf die Hauptgruppe Verkehr aus (plus 3,1 Prozent).

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kletterten im Vergleich zum April 2011 um 3,8 Prozent. Insbesondere alkoholfreie Getränke wie beispielsweise Bohnenkaffee (plus 8,9 Prozent), koffeinfreie Limonade (plus 4,8 Prozent) oder Multivitaminsaft (plus 7,2 Prozent) verteuerten sich spürbar. Überdurchschnittliche Preissteigerungen waren auch bei Brot und Getreideerzeugnissen (plus 4,1 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (plus 5,6 Prozent) sowie Fisch und Fischwaren (plus 8,3 Prozent) festzustellen. Die Entwicklung der Preise für Gemüse (plus 0,8 Prozent) verlief uneinheitlich. So erhöhten sich beispielsweise die Preise für Tomaten um 18,9 Prozent, während Kartoffeln deutlich billiger wurden (minus 15,4 Prozent). Für die Verbraucherinnen und Verbraucher günstig verlief auch die Preisentwicklung bei Speisefetten und -ölen (minus 3,4 Prozent). Insbesondere die Preise für Butter (minus 16,7 Prozent) gaben gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich nach.

Veränderungen gegenüber März 2012

Im Vergleich zum Vormonat stieg die Inflationsrate um 0,2 Prozent, wobei die Entwicklung in den Produktgruppen unterschiedlich verlief. Steigende Preise waren unter anderem für alkoholische Getränke und Tabakwaren (plus 0,5 Prozent), Freizeit, Unterhaltung und Kultur (plus 0,6 Prozent), sowie Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (plus 0,5 Prozent) zu verzeichnen. Auch die Energiepreise legten um 0,5 Prozent zu. Dagegen gaben die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sowie Bekleidung und Schuhe (jeweils minus 0,3 Prozent) leicht nach.

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in Rheinland-Pfalz in 11 Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) gut 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von rund 750 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt.

Autorin: Merle Hattenhauer (Referat Mikrozensus, Verdienste, Preise, Haushaltserhebungen)

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