DGB wirft Bundesagentur geschönte Statistik vor

Arbeitsmarkt

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Land beträgt 7,2 Prozent / DGB Rheinland-Pfalz fordert mehr Ehrlichkeit in Statistik

Mainz, 02.05.12 Der DGB Rheinland-Pfalz fordert ein Ende der geschönten Arbeitslosenstatistiken. „Viele Ältere und Arbeitslose in verschiedenen Arbeitsmarktmaßnahmen werden für die Arbeitslosenquote nicht mit gezählt“, kritisierte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid am Mittwoch in Mainz. Werde die sogenannte Unterbeschäftigung mitberechnet betrage die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz aber 7,2 statt 5,4 Prozent.

Neben den 112.909 Arbeitslosen befinden sich nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit weitere 38.500 Personen in Rheinland-Pfalz in einem Status „nahe der Arbeitslosigkeit“. „Mit den statistischen Tricks muss Schluss sein. Das Problem Arbeitslosigkeit ist ein ernstes Problem und muss deshalb auch ernst und vor allem ehrlich diskutiert werden.“

Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen unterstreichen nach Ansicht des DGB Rheinland-Pfalz zudem die Notwendigkeit von Investitionen. „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen und müssen für Wachstum sorgen.“ Dazu zählten auch gute Lohnabschlüsse zur Stützung der Binnenkonjunktur in den anliegenden Tarifrunden.

Die vergleichsweise geringe Arbeitslosenquote dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer mehr Menschen Niedriglöhne erhielten und von ihrem Gehalt kaum leben könnten, sagte Muscheid weiter. Der Missbrauch von Minijobs, Leiharbeit und neuerdings vor allem Werkverträgen nehme ungemindert zu. Muscheid appellierte zudem an die Unternehmen, Ausbildungsplätze zu schaffen. „Man kann es nicht oft genug wiederholen: Wer heute nicht ausbildet darf sich morgen nicht über

Fachkräftemangel beklagen.“ Aktuell stehen in Rheinland-Pfalz 12.375 Bewerber 11.186 gemeldeten Ausbildungsplätzen gegenüber. Damit kommen rechnerisch auf jeden Bewerber 0,92 Stellen. Im vergangenen Jahr lag diese Quote bei 0,97.

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