Kunst mahnt an Menschenrechte

Kultur

Wanderndes Kunstwerk im Zeichen der Menschenrechte macht Station bei Kulturstaatssekretär Walter Schumacher

Mainz, 03.05.12. Der in Landshut lebende Künstler Richard Hillinger macht die Wahrung der Menschenrechte zum Thema seiner Werke und wählt für deren Präsentation zugleich einen ungewöhnlichen Weg: Er schickt sie auf Reisen und verleiht sie für eine kurze Zeit an Menschen der Öffentlichkeit. Seit Ende April ist eines seiner Werke im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur ausgestellt. Eine etwa 60 Zentimeter große Bronzeskulptur, die den chinesischen Künstler Ai WeiWei zeigt, steht seitdem im Büro von Kulturstaatssekretär Walter Schumacher. Das Kunstwerk mit dem Titel „Ai WeiWei 81“ ist ein Solidaritätsprojekt und entstand anlässlich der Festnahme Ai WeiWeis, der 81 Tage in China in Haft saß. Erstmalig präsentiert wurde es von der arabischen Künstlerin Ebtisam Abdul Aziz, die mit ihren ebenfalls gesellschaftskritischen Arbeiten bereits auf der Biennale in Venedig vertreten war. Mit dem Mainzer Ministerium durchläuft „Ai WeiWei 81“ innerhalb Deutschlands seine erste Station.

„Die Menschenrechte und das Recht auf Meinungsfreiheit im Besonderen sollten überall auf der Welt gelten. Wir wissen aber – und gerade das Schicksal Ai WeiWeis hat dies schmerzlich deutlich gemacht – dass dies leider nicht so ist. Mit Kunst daran zu erinnern und sie als mahnende Botschaft für Menschen- und Freiheitsrechte in die Welt zu schicken, ist ein schöner Gedanke“, so Walter Schumacher. Einige Wochen wird „Ai WeiWei 81“ seinen Platz im elften Stock des Kulturministeriums haben; danach wird das Ministerium einen neuen Adressaten für das Kunstwerk aussuchen und die Skulptur weiterschicken.

Im März nahm bereits Ministerpräsident Kurt Beck eine von Richard Hillinger geschaffene „Zenger-Friedenstaube“ entgegen. Insgesamt 30 Friedenstauben hat der Künstler 2008 als Symbol für die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gestaltet. Die „Zenger-Friedenstaube“ ist nach dem in die USA ausgewanderten Journalisten Johann-Peter Zenger benannt und würdigt dessen Einsatz für die Pressefreiheit. Die Tauben sind jeweils für vier Wochen zu Gast bei Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter unter anderem Michail Gorbatschow, Roman Herzog, Papst Benedikt XVI. und Mohammed el Baradei.

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