Sarkozy will Cattenom weiter betreiben

Frankreich hält an Cattenom fest

Beck: Antwort aus Paris ist enttäuschend

Mainz, 04.05.12. Mit Bedauern hat Ministerpräsident Kurt Beck auf ein Antwortschreiben der französischen Regierung zum Kernkraftwerk Cattenom reagiert. Beck hatte mehrfach die Abschaltung des französischen Pannenreaktors gefordert – unter anderem in einem Gespräch mit EU-Kommissar Günter Oettinger und in einem Schreiben an Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Dessen Kabinettschef Simon Babre teilte Ministerpräsident Beck jetzt in einem Brief mit, dass Präsident Sarkozy ihm „die technische Exzellenz und die volle Transparenz der Sicherheitseinrichtungen der französischen nuklearen Anlage“ versichere.

Unter anderem schreibt Babre, dass die französische Regierung „alle Lehren aus der Katastrophe gezogen hat, die Japan zutiefst getroffen hat“. Überprüfungen der Nuklearbehörden in Frankreich hätten „bestätigt, dass das Sicherheitsniveau der Anlagen den Weiterbetrieb aller Anlagen erlaubt“.

Ministerpräsident Beck zeigte sich enttäuscht über die Antwort, die ein Festhalten der Sarkozy-Regierung an der gefährlichen Kernenergie-Politik bedeute. Die Katastrophe von Fukushima habe deutlich gemacht, dass sich die Natur nicht vom Menschen beherrschen lasse. „Atomkraft ist nicht sicher – weder vor Naturgefahren, noch vor menschlichem Versagen, technischen Unwägbarkeiten oder Terroranschlägen. Daraus muss endlich die Schlussfolgerung gezogen werden, das Atomzeitalter muss zu Ende gehen – dauerhaft, unumkehrbar und überall“, betonte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck.

Anm. d.Red.: Der sozialistische Präsidentschaftskandidat Hollande will im Gegensatz zu Sarcusi zunächst ein Viertel der Atomanlagen still legen und durch erneuerbare Energie ersetzen. Aufgrund des hohen alters der Atomanlage Cattenom erschiene bei einem Wahlsieg des Sozialisten eine mittelfristige Abschaltung von Cattenom wahrscheinlich.

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