Naturschutz mit Bürgern entwickeln

Naturschutztagung 2012

Umweltministerin Höfken: Mit Bürgerbeteiligung Naturschutz voranbringen

Alzey, 09.05.12. „Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio stehen Naturschutz, der Erhalt der biologischen Vielfalt und der Einbezug lokaler Akteure untrennbar zusammen. Gerade im Vorfeld der Rio-Konferenz 20+ stellen wir uns der globalen Verantwortung im Naturschutz. Das geht nur mit den Menschen vor Ort“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken heute anlässlich der Jahrestagung der Naturschutzverwaltung in Alzey. Den mehr als 130 Teilnehmern gab die Ministerin einen Überblick über die Schwerpunkte der Naturschutzpolitik der Landesregierung. „Die Artenvielfalt zu erhalten und die typischen Natur- und Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz zu sichern, mit diesen Kernzielen sind wir vor einem Jahr angetreten. Dazu wollen wir auch Räume sichern, in denen sich Natur ohne menschlichen Einfluss entfalten kann und stützen für alle übrigen Flächen eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung“, so die Ministerin.

Neue Wege gehe die Landesregierung dabei auch in der Beteiligung der Bürger. Die Ausweisung des ersten Nationalparks in Rheinland-Pfalz sei hierfür ein Beispiel.

„Der Nationalpark wird ein neues Aushängeschild für den Naturschutz in Rheinland-Pfalz sein“, so die Ministerin. Es sei eine Chance, der Natur Raum zurückzugeben, ohne die Menschen außen vor zu lassen. Im Gegenteil: Naturgenuss im Wald, wandern oder reiten seien außerhalb der Kernzone erwünscht und sehr attraktiv. Die regionale Wirtschaft, wie der Tourismus könnten davon profitieren.

Ein Schwerpunkt der Naturschutzpolitik sei eine umfassende Landesstrategie zum Erhalt von Artenvielfalt. „Niemals zuvor sind so schnell so viele Arten ausgestorben, und auch die Vielfalt von Nutzpflanzen und Haustierrassen droht uns verloren zu gehen. Eine Strategie für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist daher bedeutend – auch für unsere Lebensqualität“, so Ministerin Höfken. In Rheinland-Pfalz habe man konkrete Maßnahmen hierfür bereits umgesetzt. Beispiele seien die Ausweisung der FFH- und Vogelschutzgebiete auf 19,5 Prozent der Landesfläche. Nun stehe bis zum Ende der Legislaturperioden die Ausarbeitung der Bewirtschaftungspläne für diese sogenannten Natura 2000 Gebiete an.

„Naturnahe Landwirtschaft spielt dabei eine wesentliche Rolle, denn unsere Kulturlandschaften sind wichtige Träger der Biodiversität. Das landschaftypische Artenspektrum braucht die bäuerliche Bewirtschaftung, erklärte Höfken und nennt zum Beispiel die Smaragdeidechse im Weinberg, den Wiedehopf in der Streuobstwiese oder die Feldlerche in der offenen Feldlandschaft. Einen weiteren deutlichen Akzent habe das Ministerium deshalb auf die Förderung naturnaher Landnutzungsformen gelegt. So habe man in Rheinland-Pfalz die Förderprämien für Naturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft im Durchschnitt um 25 Prozent erhöht.

Ministerin Höfken sprach im Rahmen der Tagung jedoch auch Themenfelder an, in denen Rheinland-Pfalz Nachholbedarf habe. Dazu gehöre beispielsweise die FSC-Zertifizierung der Wälder.

„In diesen Tagen hat der Club of Rome seinen Bericht vorgelegt und uns vor Augen geführt, dass sich der Klimawandel in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts dramatisch verstärken wird – aber auch, dass ein konsequentes Gegensteuern mittelfristig positiv auf Mensch und Natur wirken können, ermutigt die Ministerin die Naturschützer in ihrer wichtigen Arbeit fortzufahren.

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