Urriesling kommt wieder

Schwarz und Johnen: Klassifizierung der Rebsorte Roter Riesling soll für Rheinland-Pfalz geprüft werden

Mainz, 11.05.12. „Wir freuen uns, dass die Landesregierung aufgrund des Interesses rheinland-pfälzischer Winzer die Klassifizierung der Rebsorte Roter Riesling für Rheinland-Pfalz prüft. Damit kann der Anbau der Rebsorte Roter Riesling in einem ersten Schritt im Versuchsanbau in Rheinland-Pfalz möglich werden“, so Wolfgang Schwarz, weinbaupolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz und Dietmar Johnen, landwirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag.

Voraussetzung für die Klassifizierung der Rebsorte Roter Riesling für Rheinland-Pfalz sind vier- bis fünfjährige Anbaueignungsversuche. Jedem Winzer und jeder Winzerin wird dadurch offenstehen, mit Genehmigung eines Anbaueignungsversuchs die Rebsorte Roter Riesling anzulegen. Die erzeugten Weine können dann mit Angabe der Rebsorte und dem Zusatz „aus Versuchsanbau“ etikettiert und vermarktet werden. Nach erfolgreichen Anbaueignungsversuchen könnte nach vier bis fünf Jahren mit einer Klassifizierung für Rheinland-Pfalz gerechnet werden, so die Abgeordneten.

Für eine bundesrechtliche Sortenzulassung ist hingegen weiterhin eine Sortenprüfung nach den Vorgaben des Bundessortenamtes erforderlich und ein allgemeiner Anbau der Sorte Roter Riesling in Deutschland derzeit nicht möglich. Für Deutschland kann gegenwärtig keine Sortenzulassung erfolgen, da die Forschungsanstalt Geisenheim als Züchterin die Eintragung in die Bundessortenliste nicht beantragt hat. Somit kann kein saatgutrechtlich zugelassenes und zertifiziertes Pflanzgut zur Verfügung gestellt werden. Ein In-Verkehr-Bringen nach dem Saatgutverkehrsgesetz ist nur für wissenschaftliche Zwecke oder für Züchterzwecke möglich. Außer in Hessen und Sachsen-Anhalt ist die Rebsorte Roter Riesling bislang weder auf den Rebsortenlisten der übrigen weinbautreibenden Bundesländer noch auf der Sortenliste der EU registriert.

Der Rote Riesling ist eine im 19. Jahrhundert in Vergessenheit geratene Urform des Weißen Rieslings und trotz des Namens eine Weißweinsorte. Der Name ergibt sich aus der rötlichen Färbung der Beere.

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