Wachstum durch Lohnverzicht erkauft

Wirtschaftswachstum

DGB Rheinland-Pfalz fordert deutliche Lohnzuwächse für Beschäftigte

Mainz, 15.05.12. Angesichts der guten Konjunkturentwicklung in Deutschland fordert der DGB Rheinland-Pfalz deutliche Lohnzuwächse für die Beschäftigten sowie den Abbau prekärer Beschäftigung.

„Der Aufschwung muss endlich auch bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ankommen“, sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid am Dienstag in Mainz.

Die Jubelmeldungen über die deutsche Wirtschaftskraft seien Baustein einer Alles-ist-gut-Rethorik. Damit würden die bestehenden Probleme überdeckt, sagte Muscheid. Die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Beschäftigten sei alles andere als positiv und entspreche nicht dem durch die Statistiken vermittelten Bild.

Insbesondere die Berichte über die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung lenkten davon ab, dass durch Ausbau von Leiharbeit, Werkverträgen, Befristung und Teilzeitarbeit immer mehr Menschen von Niedriglöhnen leben müssten und zudem in eine unsichere Zukunft blickten.

Der wirtschaftliche Aufschwung sei erkauft worden durch Lohnverzicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und durch Missbrauch von Arbeitsmarktinstrumenten wie Leiharbeit und Minijobs, sagte Muscheid weiter. Erst wenn der Aufschwung zu höheren Löhnen und einem signifikanten Ausbau regulärer Vollzeitbeschäftigung führe, könne von „gesundem Wachstum“ gesprochen werden. Deshalb seien die Lohnforderungen der Gewerkschaften in den aktuellen Tarifrunden „mehr als gerechtfertigt“. Das gleiche gelte für die vom DGB geforderte Reform der Minijobs und der Notwendigkeit des „equal pay“ bei der Leiharbeit.

Muscheid verwies darauf, dass inzwischen jede vierte Stelle in Rheinland-Pfalz lediglich ein Minijob ist (382.000). Zudem sei die Arbeitslosigkeit mit 7,2 Prozent (Arbeitlose plus Unterbeschäftigte) trotz Wachstum weiterhin hoch.

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