Kurzkommentar: Heilige Stadt

Mainz, 21.05.12. hpt. Es gibt Städte, die die Menschen heilig nennen. Rom zum Beispiel, Jerusalem, Mekka, Kalkutta und viele andere. Diese Städte sind Zentren der Weltreligionen.

Die neuen heiligen Städte sind aber New York, London… und auch Frankfurt. Sie sind Zentren der neuen Religion der Finanzmärkte. Auch hier geht Glauben vor Wissen. Der Glaube an den Euro ist so einer. Er hat auch seine Ketzer, wie Thilo S. Der durfte Sonntagabend bei Jauch Werbung für sein neues Buch machen. Dafür zahlen die Zuschauer auch noch Gebühren.

Die neue Religion ist die Finanzmarktreligion. Die sie vertretenden Kirchen sind die Banken. Sie haben sich selbst so geheiligt wie die katholische Kirche. Die alte Kirche fühlt sich jedoch so etabliert, dass sie am Wochenende ein Kritikfest, den Katholikentag feiern ließ.

Auch die Finanzmarkt- und Bankenkritiker wollten in Frankfurt ein Kritikfest feiern. Da hatten sie aber nicht mit der Verwaltung und den Verwaltungsgerichten gerechnet. Die klappten das Grundgesetz zu und verboten die Veranstaltung mit der Demo am Samstag. Die war auch noch so friedlich, dass sich die eingesetzten 5000 Polizisten zu Tode langweilten.

Hätte die NPD die Veranstaltungen beantragt, wären sie alle von den Gerichten genehmigt worden. 67 Jahre nach dem 2. Weltkrieg ist das demokratische Bewusstsein noch immer ein zartes Pflänzchen. Oder steht Merkels „marktgerechte Demokratie“ bereits im Grundgesetz?

Ein Freudenfest fiel in München hingegen ohne Gerichte aus. Ein anderer Club im Besitz eines russischen Multi-Milliardärs gewann. Die UEFA will sich nun Finanzierungsregeln geben. Finanzmärkten fehlt noch eine Finanzmarktkonvention der UN.

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